Flurin Jecker: Lanz

Der 14-jährige Lanz hat Projektwoche und eigentlich keine Lust, einen Blog schreiben. Trotzdem meldet er sich bei dem Projekt „Ich schreibe einen Blog“ an, weil er weiß, dass Lynn da sein wird. Dass sein Lehrer Gilgen den Kurs leitet und Lynn gar nicht da ist, frustriert ihn.

Natürlich hat er keine Ahnung, was er schreiben soll. Als er dann aber beginnt, werden seine Einträge so persönlich, dass niemand den Blog lesen darf: Lanz hat zwei Zuhause, ein Zimmer bei der Mutter, eins beim Vater, und versucht beiden Eltern das Gefühl zu geben, dass es bei ihnen jeweils am schönsten ist.

Das Dorf in der Schweiz, in dem er lebt, steht nicht gerade für Spaß und Abwechslung. Am meisten beschäftigen ihn seine Gefühle für Lynn, die dann doch noch im Kurs auftaucht. Allerdings meint Gilgen, dass es unmöglich sei, im Projekt „Ich schreibe einen Blog“ erst gar nicht zu bloggen, dann seine Texte geheim zu halten, obwohl der Sinn eines Blogs das Teilen von Eindrücken, Geschichten und Gefühlen mit anderen ist. Weiterlesen

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J. P. Delaney: The Girl Before

Jane hat ihr Baby verloren und versucht einen Neuanfang. Sie kündigt ihren Job und sucht eine neue Wohnung. Mit weniger Geld als zuvor fällt die Wohnungssuche schwer und nach einigen Besichtigungen bewirbt sie sich um ein merkwürdig modernes Haus in der Folgate Street 1 in London, das durch Minimalismus und High Tech besticht. „Bewerbung“ bedeutet, dass sie erklären muss, warum das Haus und sie zusammenpassen, dass sie hundert teils persönlicher Fragen beantworten und dem Architekten und Besitzer des Hauses, Edward Monkford, ein Foto von sich schicken muss.

„The Girl Before“, von dem Jane nach und nach erfährt, ist Emma. Sie ist gemeinsam mit ihrem Freund Simon eingezogen, als auch sie an einem Wendepunkt in ihrem Leben war.

Der Dritte im Bunde mit schmerzlicher Vergangenheit ist der Architekt Monkfort selbst: Das Haus war für seine Familie, Frau und Sohn, konzipiert. Beide sind ums Leben gekommen und Jane findet Hinweise darauf, dass sie unter dem Grundstück des Hauses bestattet wurden. Weiterlesen

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Ulrike Anna Bleier: Schwimmerbecken

Luise erzählt von ihrer Kindheit mit dem Zwillingsbruder Ludwig in Kollbach, von ihrem Leben in Regensburg, vom Verschwinden und der Rückkehr Ludwigs. Anlass für den Rückblick ist die Rückkehr von Luises Bruder nach einer Abwesenheit von fünf Jahren, die genauso wenig erklärbar ist wie das Bluten aus den Augen einer lokalen Beinahe-Heiligen.

Luise hat ihren Bruder immer bewundert, hat zu ihm aufgeschaut und seine dunklen Wesenszüge und seinen manischen Ordnungssinn nicht nur akzeptiert, sondern darin seine Überlegenheit erkennen wollen. Doch wo war Ludwig? Warum ist er gegangen? Warum spricht er nun, zurückgekehrt, eine Sprache, die seine Familie nicht versteht?

„Schwimmerbecken“ ist ein tottrauriger und unglaublich spannender Heimat- und Kindheitsroman, in dem alles gleichzeitig einfach und magisch ist. Der schwarze Bach, der durch den Ort Kollbach fließt, ist unruhig und dunkel wie Ludwig, Luise erzählt davon und von der keltischen Vergangenheit des Ortes. Weiterlesen

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Robert A. Heinlein: Die Invasion

Eine Invasion von Außerirdischen bedroht die Erde! Oder ist das eine Täuschung? Zunächst wird über Iowa ein unbekanntes Flugobjekt gesichtet, in der Bevölkerung bricht daraufhin Panik aus, Agenten werden geschickt, um das Objekt zu studieren. Dann folgt die Entwarnung: Es gab kein Flugobjekt, keine Außerirdischen, keine Gefahr. Das Raumschiff entpuppt sich als plumpe Fälschung.

Die Agenten Sam und Mary werden auf die merkwürdige Angelegenheit angesetzt, als zwei Agenten des Secret Service nicht von ihrem Einsatz in Iowa zurückkehren. Sie finden heraus, dass eine Alien-Invasion tatsächlich stattgefunden hat. Die Mollusken-Aliens, die sich vom sechsten Mond des Saturn zur Erde aufgemacht haben, um den Planeten zu erobern, sind tatsächlich gelandet und ihr Feldzug hat begonnen. Weiterlesen

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E. S. Schmidt: Die zweite Finsternis

Ich liebe gute Endzeit-Geschichten, und E.S. Schmidts Roman beschreibt definitiv das Leben der Menschheit nach ihrem Ende als Beherrscher der Welt. Im Prolog kurz zusammengefasst die Ursache für die Zerstörung der menschlichen Zivilisation: Ein außerirdisches Raumschiff stürzt auf der Erde ab und drachenähnliche Reaper mit telepathischen Fähigkeiten, die große Teile der Menschheit und der Tierwelt ausrotten, werden freigelassen.

In den USA gibt es nur noch wenige menschliche Siedlungen, die mit den Möglichkeiten der untergegangenen Zivilisation gesichert sind. Weiterlesen

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Marcel Bauer: Shango: Im Bann des Voodoo

Layout 1Georg Werners Großvater war Eisenbahner in der deutschen Kolonie Togo. Georg, der sich für die Lebensgeschichte seines Großvaters bisher nicht interessiert hat, findet auf dem Dachboden seiner Eltern einen unheimlichen Nagelfetisch, der in seinem Brustkasten wie in einem Reliquienschrein merkwürdige Überreste enthält. Er bewahrt den Fetisch von nun an zuhause auf, gegen den Willen seiner Frau Petra.

Georg plagen, seitdem er diesen unheimlichen Fund gemacht hat, Albträume, er hat Erscheinungen und sein Alltag gerät völlig aus den Fugen. Schließlich reist er überstürzt nach Afrika ab, scheinbar gesteuert von einer fremden Macht. Weiterlesen

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Ursula Poznanski: Elanus

elaDer 17jährige Jonas ist hochbegabt und ergattert einen Studienplatz an der renommierten Victor-Franz-Hess-Uni in Rothenheim. Seine Eltern stellen ihm eine Bedingung, damit er ausziehen darf: Er soll bei einer Familie im Ort leben und darf nicht in ein Studentenwohnheim ziehen. Das passt Jonas gar nicht, denn so intelligent er ist, es fällt ihm schwer, Freundschaften zu schließen. Auf die meisten Menschen wirkt er arrogant und ablehnend. In sein neues Zuhause bringt Jonas sein Forschungsobjekt mit: Elanus.

Seinem neu gewonnenen Freund Pascal zeigt er das ungewöhnliche Teil: Eine selbst entwickelte und konstruierte Drohne. „Elanus“ ist der Name einer seltenen Habichtart und sieht messerscharf, ist unglaublich schnell und wendig und erlaubt Jonas private Einblicke in das Leben der anderen Studenten. Deutlich gesagt: Er beobachtet Mädchen und spioniert Mit-Studenten aus. Weiterlesen

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Gabriele Tergit: Käsebier erobert den Kurfürstendamm (1931)

tergit„Mensch, ist Liebe schön“, singt der Chansonsänger Georg Käsebier 1929 in Berlin, und eine Zeitungsredaktion, der noch ein paar Zeilen fehlen, empfiehlt den Sänger und seinen Auftritt in der Hasenheide. Damit beginnt der Großstadtroman der Gerichtsreporterin und Schriftstellerin Gabriele Tergit. Ereignisse werden losgetreten, die Käsebier nicht mehr beeinflussen kann, er will einfach nur singen, aber was nun geschieht ist mehr, als er selber in der Hand hat.

Plötzlich will die Berliner High Society Käsebier singen hören, seine Auftritte werden zum Event, der Schmalz seiner Texte populär. Es gibt Käsebier-Puppen und er bekommt einen Vertrag bei der UFA, schließlich hat der Tonfilm Einzug gehalten. Weiterlesen

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Deborah Feldman: Unorthodox

debo„Ich habe keine Vergangenheit, an die ich mich klammern könnte; die letzten dreiundzwanzig Jahre gehören jemand anderem, jemandem, den ich nicht mehr kenne.“ Mit diesen Worten schildert Deborah Feldmann ihre Befreiung aus den Fesseln des Extremismus.

Es wird klar: Unorthodox ist ein autobiographischer Text der Autorin, die schon als Mädchen von der „Welt“ abgeschottet wird, das strengste Kleidervorschriften beachten und im Fall, dass sie nicht „angemessen“ bekleidet ist, mit Strafe rechnen muss. Kommt sie in einem hellblauen Rock zur Schule, wird sie nach Hause geschickt.
Aufgrund seiner dunklen, altmodischen (Einheits-)Kleidung erkennt man das Mädchen auch außerhalb des jüdischen Viertels als chassidische Jüdin, sie bleibt die Außenseiterin, die sich scheinbar freiwillig durch äußere Merkmale wie Kleidung und Sprache von anderen Amerikanern abschottet. Freundschaften außerhalb der Gemeinschaft, in die sie hinein geboren wird, sind unmöglich. Weiterlesen

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Annette Hug: Wilhelm Tell in Manila

tellHugs Roman erzählt die Lebensgeschichte von José Rizal und gleichzeitig das klassische Drama „Wilhelm Tell“. Dabei liegt der Fokus auf Rizals Zeit in Deutschland, in der er Schillers „Wilhelm Tell“ liest und übersetzt.

Der Augenarzt und Freiheitskämpfer José Rizal kommt 1886 nach Deutschland, als die Philippinen noch eine Kolonie des spanischen Weltreichs sind.

In Heidelberg praktiziert er als Augenarzt,  lernt  die deutsche Sprache und arbeitet an einem Roman.

Als er Friedrich Schillers Wilhelm Tell liest, beschließt er, den Text in seine Muttersprache Tagalog zu übersetzen. Weiterlesen

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