Marc Elsberg: Gier

Marc Elsberg hat sich durch seine Romane in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Autoren entwickelt. Bereits mit seinen Thrillern ‚Blackout‘, ‚Zero‘ und ‚Helix‘ feierte er große Erfolge. Dabei erhielten ‚Blackout‘ (2012) und ‚Zero‘ (2014) von der Zeitschrift ‚Bild der Wissenschaft‘ jeweils die Auszeichnung als Wissensbuch des Jahres.

Die Handlungen von Elsbergs Büchern basieren auf wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, aus deren Möglichkeiten und Risiken er spannende Plots aufbaut. So spielt er in ‚Blackout‘ mit den Folgen eines umfassenden Stromausfalls in Europa, in ‚Zero‘ behandelt er mögliche Auswirkungen der Digitalisierung und beschäftigt sich in ‚Helix‘ mit dem Thema Genmanipulation.

Nun liegt mit ‚Gier‘ sein neueste Buch vor, in dem er sich diesmal nicht mit einer auf neuen technologischen Möglichkeiten basierenden Entwicklung befasst. Es geht um unsere Gesellschaft und deren Entwicklung vor dem Hintergrund von Globalisierung, Kapitalismus und der Tatsache, dass immer größere Vermögen in den Händen eines immer geringer werdenden Teils der Menschheit liegen. Wie geht die Menschheit mit Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Zukunftsängsten um? Weiterlesen

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Uli Aechtner: Die Bach runter

Was würden wir tun, wenn durch irgendein Unglück alles um uns herum zusammenbrechen würde? Kein Strom mehr. Und kein Trinkwasser. Keine Möglichkeit mehr, sich im Supermarkt mit Lebensmitteln zu versorgen. Die meisten von uns hätten in einem solchen Fall vermutlich ein Problem, denn wer ist auf so eine Situation schon vorbereitet?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Prepper. Mit diesem Begriff (von prepare – vorbereiten) bezeichnet man Personen, die für eine Krise vorsorgen, indem sie Lebensmittelvorräte anlegen, sich in Überlebenstechniken ausbilden und mit Waffen beschäftigen.

Mit Personen aus diesem Umfeld bekommt es der bereits aus anderen Krimis von Uli Aechtner (‚Todesrauscher‘, ‚Mordswetter‘) bekannte Kommissar Christian Bär in ihrem neuesten Roman zu tun.

Dabei geht es zunächst nur um ein Baby, das ein Schäfer in der warmen Asche eines Lagerfeuers findet. Da es dem Baby gut geht und nur zu klären ist, wer die Eltern sind und wer es an diesen seltsamen Ort gelegt hat, scheint Christian Bärs Welt in Ordnung. Zumal er Urlaub hat, in dem er viel mit seiner Nichte Amelie unternehmen möchte.. Weiterlesen

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A. G. Riddle: Extinction-Serie 01: Pandemie

‚Pandemie‘ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Serie des amerikanischen Autors A. G. Riddle. Nach seiner Atlantis-Trilogie ist dies sein zweites mehrteiliges Buchprojekt, das unter dem Titel ‚Extinction-Serie‘ läuft. Etwas schade, dass das leider weder auf dem Cover noch an einer anderen halbwegs auffälligen Stelle im Buch zu erkennen ist. Erst im Nachwort des Autors ist die Rede davon, dass ‚Pandemie‘ nicht abgeschlos-sen, sondern der erste Band einer Serie ist.

Wie der Titel schon andeutet, behandelt ‚Pandemie‘ ein aktuelles und durchaus be-ängstigendes Thema: die Verbreitung einer gefährlichen Krankheit über die ganze Welt. Ein Szenario, das vor dem Hintergrund der Globalisierung nicht ganz unwahr-scheinlich ist.

Zur Handlung: Im kenianischen Ort Mandera kommt es zum Ausbruch einer tödlichen Erkrankung, die schnell die ersten Todesopfer fordert. Um eine weitere Verbreitung so schnell wie möglich zu verhindern, schickt das CDC (Centers for Disease Control and Prevention) seine Mitarbeiterin Peyton Shaw und ein Team von Ärzten und Helfern nach Afrika. Weiterlesen

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Manfred Spitzer: Die Smartphone-Epidemie

In den letzten Jahren haben zunächst das Handy und noch viel mehr seine Weiterentwicklung, das Smartphone, unsere Welt verändert. Für Milliarden Menschen ist der Umgang damit gar nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Noch nie hatte eine technische Neuerung vergleichbare Auswirkungen. Ohne Smartphone geht heute sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich gar nichts mehr.

Aber welche Folgen hat das auf unser Zusammenleben? Auf unsere Gesundheit? Dass es Zweifel und Bedenken gibt, belegen etwa die Aussagen des Apple-Chefs dazu, Smartphones nicht in Unterricht zu nutzen oder das völlige Verbot des französischen Staatspräsidenten für die Verwendung an Schulen. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass zwischen der Nutzung des Smartphones und der Sucht danach nur ein schmaler Grat liegt.

Ein Thema, das wie geschaffen für den renommierten Wissenschaftler und bekannten Autor Manfred Spitzer ist. Bereits mit seinem Bestseller ‚Digitale Demenz‘ hat er eine kritische Analyse des Umgangs mit unserer immer digitaler werdenden Umwelt vorgelegt. In seinem neuen Buch geht er nun auf das Thema Smartphone ein und betrachtet es aus verschiedenen Blickwinkeln. Weiterlesen

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Veronica Roth: Rat der Neun 02: Gegen das Schicksal

Nachdem ich hier bei Schreiblust-Leselust im April 2017 schon das erste Buch der Geschichte um Cyra und Akos rezensieren konnte, freue ich mich, das nun auch mit dem zweiten und abschließenden Band tun zu können. Wer sich noch an meine damalige Rezension zu „Gezeichnet“ erinnert, wird verstehen, dass ich mich darauf gefreut habe, nun endlich die Fortsetzung lesen zu können. Aber eins nach dem anderen. Worum geht es bei ‚Rat der Neun‘ eigentlich?

Die durch ihre auch verfilmte Bestseller-Trilogie ‚Die Bestimmung‘ bekannt gewordene Autorin Veronica Roth stellt mit dem ‚Rat der Neun‘ erneut ihr schriftstellerisches Können und ihre Kreativität unter Beweis. Für ihren Science-Fiction/Fantasy-Zweiteiler hat sie ein eigenes Universum erdacht, in dem neun Planeten eine Sonne umkreisen. Der Rat der Neun ist eine Art Zentralregierung dieser Planeten, die jedoch alle durchaus eigene Interessen verfolgen und unterschiedlicher nicht sein könnten. So wird etwa der Planet Thuve von eisiger Kälte beherrscht, während auf dem Planeten Ogra tiefste Dunkelheit herrscht.

In diesem Universum leben die beiden Protagonisten Cyra Noavek und Akos Kereseth. Während Cyra die Tochter des Herrschers der eher aggressiven und kriegerischen Shotet ist, ist Akos der Sohn einer angesehenen Familie des friedlichen Planeten Thuve. Weiterlesen

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Heike Leitschuh: Ich zuerst!: Eine Gesellschaft auf dem Ego-Trip.

Heike Leitschuh hat Politikwissenschaften studiert und ist selbständige Journalistin, Autorin, Moderatorin und Beraterin. Sie ist Autorin und Mitherausgeberin mehrerer Bücher und beschäftigt sich nun in ihrem neuesten Werk mit einer sehr interessanten Frage: Welche Rolle spielt das Ego in unserer Gesellschaft?

Die Autorin findet darauf eine sehr klare Antwort, die sich bereits im Titel des Buches ‚Ich zuerst!‘ widerspiegelt. Sie zeigt anhand vieler eigener Erlebnisse und zahlreicher weiterer Beispiele, wie sehr das ‚Ich‘ in unserer Gesellschaft das ‚Wir‘ verdrängt hat.

Da wäre beispielsweise das Problem, dass bei Unfällen die Bildung einer Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge für viele Menschen ein Problem zu sein scheint. Leitschuh schildert einen Unfall im Mai 2017, bei dem die Rettungskräfte sich schließlich zu Fuß zur Unfallstelle durcharbeiten mussten.

Oder das Filmen mit dem Handy: immer wieder ist es Menschen wichtiger, an einer Unfallstelle zu filmen, statt zu helfen. Oft genug behindern sie dabei noch die Rettungsarbeiten. In diesem Zusammenhang ist auch die Gewalt gegen Rettungskräfte erwähnenswert, die ebenfalls um sich greift und zu einem Problem geworden ist. Weiterlesen

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Alexander von Schönburg: Die Kunst des lässigen Anstands

Alexander von Schönburg ist für mich ein Autor für das etwas andere Buch: Nachdem er in seinen bisherigen Werken unter anderem über die Kunst des stilvollen Verarmens nachgedacht oder sich mit dem Thema Smalltalk auseinandergesetzt hat, befasst er sich nun mit Tugenden. Das Wort klingt altbacken und wirkt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Aber ist es das wirklich? Sind Tugenden wie Bescheidenheit, Höflichkeit, Aufrichtigkeit, Mitgefühl oder Weltoffenheit nicht auch heute noch wichtig?

Um das zu hinterfragen, hat von Schönburg insgesamt 27 Tugenden herausgesucht, mit denen er sich in einzelnen Kapiteln befasst. Unterhaltsam und interessant schildert er, was aus seiner Sicht die jeweilige Tugend ausmacht. Dabei führt er viele Beispiele und Erfahrungen aus seinem eigenen Leben an. Und immer steht dahinter die Frage danach, welche Relevanz die jeweilige Tugend für unsere heutigen Gesellschaft und unser soziales Miteinander hat oder haben könnte.

Es geht auch um den Wandel, den unsere Gesellschaft im Laufe der Jahre durchlaufen hat. Viele früher übliche Verhaltensweisen haben im praktischen Zusammenleben heute keine oder nur noch eine geringe Bedeutung. Weiterlesen

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Bernard Cornwell: Narren und Sterbliche

Wer hätte erwartet, dass Bernard Cornwell einmal einen Roman über William Shakespeare schreibt? Für mich ist das jedenfalls eine der positivsten Überraschungen des Jahres.

Bisher ist Cornwell vor allem für historische Romane bekannt, die von Kriegern und Kämpfern handeln. So spielt die Uhtred-Saga im tiefsten Mittelalter und erzählt vor dem Hintergrund der Entstehung des heutigen England von einem Krieger, der um sein rechtmäßiges Erbe kämpft. Die wohl noch bekanntere Sharpe-Serie des Autors wiederum begleitet den britischen Soldaten Sharpe in die kriegerischen Auseinandersetzungen zur Zeit Napoleons. Sehr gute und spannenden Romane, die zeigen, dass Cornwell ein erstklassiger Autor ist. Alle leben aber auch davon, dass er es hervorragend versteht, Kämpfe und Schlachten ausgesprochen realistisch zu schildern.

‚Narren und Sterbliche‘ ist ganz anderes. Hier gibt es keine Kämpfe. Hier gibt es keine Krieger und auch keine sonstigen dramatischen Auseinandersetzungen. Es geht vielmehr um die Entstehung des Theaters, die Ende des 16. Jahrhunderts begann. Zur Zeit Shakespeares wurden in London die ersten festen Schauspielhäuser gegründet, aus denen sich im Laufe der Zeit das entwickelte, was wir heute kennen, wenn wir ‚ins Theater‘ gehen. Weiterlesen

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Eva-Maria Altemöller: Herzblut: Eine Liebeserklärung an den kleinen Laden

Nach ‚Der Club der Idealisten‘ ist mit ‚Herzblut‘ im September ein neues Buch von Eva-Maria Altemöller bei Sanssouci erschienen. Geziert wird es von einem hübschen Coverbild, das eine Frau vor dem Schaufenster eines Hutladens zeigt. Es liest sich sehr angenehm, da die Sprache, der sich die Autorin bedient in so einem netten Plauderton daherkommt, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, Frau Altemöller würde einem alles persönlich erzählen.

Wie der Untertitel bereits aussagt, geht es um die kleinen Läden. So erfährt man vieles von den zahlreichen schönen und einzigartigen Geschäften, die es in Lindau gibt. Dort, am Bodensee, lebt und arbeitet die Autorin selbst und kennt sich dementsprechend gut aus. Und so erzählt, nein schwärmt sie, etwa von dem Spielzeugladen, in dem man noch Dampfmaschinen und Kaleidoskope kaufen kann, von den wunderschönen Buchhandlungen, den Papier- und Schreibwarenläden und dem großartigen Hutgeschäft, das eine ganz besondere Auswahl bietet.

Ein Lobgesang auf die noch von Inhabern betriebenen und mit Herzblut geführten Läden. Und auch ein wenig ein Stadtführer für Lindau, da man doch den einen oder anderen Insidertipp erhält. In ihrer leichten und eingängigen Sprache vermittelt Frau Altemöller wunderbar ihre Begeisterung über das, was solche noch mit Enthusiasmus und Ideen betriebenen Geschäfte von den großen Ketten und dem Internethandel abhebt. Weiterlesen

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Petra Ivanov: Alte Feinde

Echten Krimifans ist Petra Ivanov vermutlich ohnehin ein Begriff. Für alle, die die Autorin noch nicht kennen sollten, empfiehlt es sich, einen Blick in ihr neuestes Buch zu werfen: ‚Alte Feinde‘. In seinem bereits achten Fall ist das Ermittlerduo Regina Flint und Bruno Cavalli diesmal in den USA unterwegs.

Worum geht es genau? Der Ermittler Bruno Cavalli ist bereits seit einigen Monaten Undercover in den USA. Er ist dort auf der Suche nach einem Blasrohrmörder. Allerdings handelt es sich dabei um keine normale Verbrecherjagd. Denn Cavalli muss erkennen, dass sowohl er als auch seine Familie in Fokus des Mörders zu stehen scheinen. Sowohl seine indianische Mutter und Großmutter, als auch seine in der Schweiz lebende Partnerin Regina und ihre gemeinsame Tochter Lily schweben in Lebensgefahr.

Von all dem ahnt Regina Flint nichts. Sie ist in ihrer Funktion als Staatsanwältin selbst mit einem Fall befasst, bei dem ein Mann in Zürich mit einem alten Revolver ermordet wurde. Als sich jedoch herausstellt, dass es sich um eine Waffe aus dem amerikanischen Bürgerkrieg handelt und der Ermordete ein Nachfahre von Henry Wirtz, einer zwiespältigen Figur dieses Krieges, war, scheint immer darauf hinzudeuten, dass die Lösung auch dieses Mordfalls in den USA zu suchen ist. Weiterlesen

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