Walt Whitman: Jack Engles Leben und Abenteuer (1852)

Eine gute Gelegenheit für einen Abstecher ins New York des 19. Jahrhunderts bietet ein Roman von 1852, der erst jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt worden ist: Walt Whitmans „Jack Engles Leben und Abenteuer“. Das Werk ist deshalb interessant, weil es ein Prosawerk eines der größten Dichter Nordamerikas ist. Whitman (1819-1892) ist vor allem durch sein später geschriebenes poetisches Lebenswerk „Leaves of Grass“ (Grashalme) berühmt geworden.

Jack Engle ist ein Waisenjungen, der das Glück hat, bei wohlmeinenden Menschen unterzukommen. Für die erträgt er sogar eine juristische Ausbildung bei einem Anwalt, die ihn so gar nicht interessiert. Später stellt sich heraus, dass der Anwalt ein Betrüger ist. Doch mit Hilfe seiner Freunde weiß sich Jack Engle zu helfen … Weiterlesen

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Petteri Nuottimäki: Rechne immer mit dem Schlimmsten

Ein skurriler Roman kommt aus Schweden: Petteri Nuottimäkis „Rechne immer mit dem Schlimmsten“. Darin versucht ein Mann namens Matti Aalto, der einst mit seiner Familie von Finnland nach Schweden ausgewandert ist, mit sehr eigenwilligen Methoden, seine drei Kinder auf das harte Erwachsenenleben vorzubereiten. Wer alles richtig macht, dem winkt als Erbe die Insektenzucht, die Matti besitzt – und das schon bald, weil er sterbenskrank ist. Er verkauft seine Tierchen zur Schädlingsbekämpfung an die Forstindustrie.

Doch die Kinder haben wenig bis gar keine Lust auf dieses Erbe. Sie wollen lieber ein Billardcafé gründen, auf Pferde wetten oder in den Antiquitäten-Markt einsteigen – wenn auch allesamt reichlich erfolglos … Weiterlesen

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Graham Swift: Ein Festtag

Ein zauberhaftes Büchlein legt der 1949 geborene englische Autor Graham Swift vor. Es heißt „Ein Festtag“ und spielt in einer Zeit, in der sich begüterte englische Familien noch Personal leisteten und es allgemein recht gesittet und förmlich zuging.

Zumindest nach außen hin – denn als die Familie, in der die junge Jane als Dienstmädchen arbeitet, am Muttertag 1924 einen Picknick-Ausflug ohne sie unternimmt, fährt die junge Frau schnurstracks zu ihrem Geliebten Paul. Der ist reicher Sprössling einer anderen begüterten Familie und soll demnächst standesgemäß verheiratet werden. Die beiden widmen sich an diesem herrlich frühlingshaften „Festtag“ vor allem einem: der körperlichen Liebe. Paul, der schnelle Autos liebt, hat seiner Familie und seiner Verlobten weisgemacht, dringend für sein Jura-Studium pauken zu müssen. Der Tag – soviel, aber auch nicht mehr, sei verraten – endet nicht gut. Weiterlesen

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Peter Schneider: Club der Unentwegten

Älterer Mann liebt jüngere Frau – das ist das Grundthema in Peter Schneiders Roman „Club der Unentwegten“. Roland, ein Privatgelehrter, verliebt sich in Manhattan in die charismatische Leyla. Für beide beginnt ein Liebesabenteuer voller Sex und Lebenslust. Aber schon bald kommen die typischen Probleme: Wie zum Beispiel geht Roland mit dem Kinderwunsch seiner jungen Geliebten um? Diverse Trennungen und Wiedervereinigungen sind die Folge.

Doch der Roman des 1940 geborenen Autors handelt nicht nur von Roland und Leyla, sondern auch von gleich einer ganzen Reihe von Bekannten Rolands, die offenbar alle dieselben Vorlieben für jüngere Frauen haben – der „Club der Unentwegten“. Weiterlesen

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Jennifer Haigh: Licht und Glut

Die Energie-Industrie entdeckt einen kleinen heruntergekommenen Ort namens Bakerton in Pennsylvania für ihre Zwecke und macht den ortsansässigen Grundstückseigentümern verlockende Pachtangebote.

Das Städtchen hat den Niedergang von Kohle und Stahl nicht gut verkraftet, und so können die meisten Menschen, die dort leben, das Geld gut gebrauchen.

Doch „Licht und Glut“ ist weit davon entfernt, ausschließlich ein umweltpolitischer Roman zu sein. Schön ist vor allem, wie psychologisch genau die so unterschiedlichen Figuren in diesem Buch gezeichnet sind. Da ist Gefängniswärter Rich mit psychisch labiler Ehefrau und drogenabhängigem Bruder, da ist Pastorin Jess, die sich auf eine Affäre mit einem verheirateten Mitarbeiter einer der Erdgasfirmen einlässt, Weiterlesen

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Hendrik Groen: Tanztee

Hendrik Groen ist wieder da. Nach seinem international so erfolgreichen Buch „Eierlikörtage“ (2016) folgt nun das zweite Tagebuch aus dem Altenheim in Amsterdam-Nord: „Tanztee“.

Und sofort ist der sympathische Groen-Sound wieder da – also die Stimme des mittlerweile 85-Jährigen, der sich gemeinsam mit seinen Freunden vom Seniorenheim-Club „Alanito“ (Alt, aber noch nicht tot) so viele schöne Stunden wie möglich macht – einer kaltherzigen Heimleitung, den eigenen Gebrechen und den teils miesepetrigen Mitbewohnern zum Trotz. So organisieren die hochbetagten Alanito-Mitglieder regelmäßige Restaurantbesuche in wechselnde Lokalitäten (unter anderem McDonald’s), fahren zum Aachener Weihnachtsmarkt oder Weiterlesen

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Georg M. Oswald: Alle, die du liebst

Georg M. Oswald, ein 53-jähriger deutscher Autor, lässt seine Hauptfigur, den Anwalt Hartmut Wilke, nach Kenia reisen. Dort trifft er seinen Sohn Erik, zu dem er nie ein besonders gutes Verhältnis hatte.

Erik hat auf der (fiktiven) Insel Kiani für viel Geld eine Bar gekauft, die er seinem Vater nun stolz präsentieren möchte.

Doch auch Vater Hartmut hat gute Gründe, zumindest vorübergehend eine Auszeit von Deutschland zu nehmen. Beruflich hat er eine Steuerhinterziehungsklage am Hals, privat einen schlimmen Scheidungskrieg mit seiner Exfrau Clara. Doch der Trip, auf dem Hartmut von seiner 20 Jahre jüngeren Freundin Ines begleitet wird, scheint ein Erfolg zu werden … Weiterlesen

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Heinz Strunk: Jürgen

Jürgen Dose ist das, was man einen „armen Willi“ nennt. Er lebt als Mittvierziger mit seiner bettlägerigen Mutter zusammen und arbeitet als Wärter in einer Tiefgarage. Sein bester Freund Bernd sitzt im Rollstuhl und ist meistens schlecht gelaunt.

Doch Jürgens größtes Problem sind die Frauen. Es will ihm einfach nicht gelingen, eine Partnerin zu finden. Er trifft sich mit einer Internetbekanntschaft, geht zum Speed-Dating und lässt sich schließlich auf ein teures Wochenende in Polen ein – weil die Frauen da angeblich leicht zu haben sind.

„Jürgen“ ist ein witziges Buch, und man fühlt mit dem armen Helden, der von einer Pleite in die nächste durchs Leben taumelt. Weiterlesen

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Dan Vyleta: Smoke

„Smoke“ von Dan Vyleta ist ein Roman, der sehr stark beginnt, dann aber leider auch stark nachlässt. Grundannahme bei dieser Geschichte, die im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts spielt, ist, dass die bösen Gedanken der Menschen in Form von Rauch sichtbar werden. Zwei Freunde, Thomas und Charlie, entdecken jedoch, dass es Ausnahmen gibt und machen sich auf, das Geheimnis zu ergründen.

Zuerst gelingt es dem 1974 geborenen kanadischen Autor mit Wurzeln im Ruhrgebiet, den Leser in die faszinierende Atmosphäre des viktorianischen Zeitalters zu tauchen. Man denkt an Bücher von Charles Dickens, enge Londoner Gassen und skurrile Typen. Weiterlesen

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David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick

In dem kleinen Kaff Crozon in der Bretagne gibt‘s eine Bibliothek für alle Romane, die nie einen Verlag gefunden haben. Eines Tages findet sich dort jedoch ein Meisterwerk, das fortan die gesamte Welt der Literatur in Aufregung und Verzückung versetzt.

Das ist der Ausgangspunkt in David Foenkinos Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Und der Autor des Fundstücks ist in dem Dörfchen kein Unbekannter. Es ist der Pizzabäcker Henri Pick. Doch niemand kann sich vorstellen, dass er, den man niemals mit einem Buch in der Hand gesehen hat, wirklich in seiner knappen Freizeit heimlich einen Roman geschrieben haben soll. Weiterlesen

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