Snorri Kristjánsson: Blut und Gold

Irgendwo in Skandinavien, 970 n. Chr.: Die junge Helga Finnsdottir lebt als Ziehtochter beim Clan des Wikingers Unnthor Reginsson. Er hat seine vier Kinder zu sich gerufen und sie erscheinen mit ihren kompletten Familien. Karl, der Geldsorgen hat, der kräftige Bjorn, der schlaue aber zurückhaltende Aslak und die einzige Tochter, Jorunn, die nicht weniger stark als die Herren ist. Als alle zusammengekommen sind, wird schnell klar, dass sie mehrere Konflikte miteinander haben. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht liegt dann eins von Unnthors Kindern tot in seinem Bett. Helga ist misstrauisch und versucht, herauszufinden, was in der vermeintlichen Mordnacht geschehen ist.

Snorri Kristjánsson versucht sich in „Blut und Gold“ an einer Art Detektivgeschichte zur Zeit der Wikinger mit weiblicher Protagonistin. Leider hat die Geschichte so gar nichts Spannendes an sich und plätschert komplett vor sich hin. Der einzige Grund, sie wirklich zu Ende zu lesen, ist die Suche nach dem Täter. Alle Figuren bleiben dabei sehr blass und konturenlos. Der Großteil der Geschichte wird aus der Perspektive der nicht blutsverwandten Helga erzählt. Sie lebt seit ihrem 12. Lebensjahr auf Unnthors Hof, kennt die vier Kinder aber bisher nicht, da sie sich selten um ihren Vater und die Mutter scheren. Schon bald springt eine Vielzahl unterschiedlichster Personen auf dem Hof herum, denn die vier Geschwister bringen ihre Partner und Kinder natürlich mit. Mit der Zeit findet man dann auch heraus, wer zu wem gehört und warum. Wirklich interessant erzählt ist das allerdings nicht.

Die Geschichte plätschert mit dem ein oder anderen Highlight vor sich hin und die Auflösung kommt dann sogar überraschend, da man damit nicht gerechnet hätte. Leider scheitert die Geschichte mehr als einmal an der Erzählweise.

Kristjánsson will aus der Geschichte eine Reihe machen, „Blut und Gold“ soll ihr erster Band sein. Mich persönlich hat er nicht so beeindruckt, dass ich an weiteren Bänden interessiert wäre.

Snorri Kristjánsson: Blut und Gold.
rororo, August 2018.
416 Seiten, Taschenbuch, 10,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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2 Kommentare zu “Snorri Kristjánsson: Blut und Gold

  1. Hallo,

    oh, wie schade! Um das Buch bin ich auch schon öfter rumgeschlichen, da ich die Idee einer Kriminalgeschichte im Skandinavien der Zeit sehr spannend fand.

    Ich habe gerade mal auf Amazon geguckt, da gibt es noch nicht viele Rezensionen zu dem Titel, und auch auf tanum.no (ein norwegischer Shop für skandinavische Bücher) finde ich keine Kundenmeinungen dazu – aber der zweite Band der Reihe erscheint auf Englisch schon im May.

    LG,
    Mikka

  2. Hallo Mikka,
    ich hatte mir definitiv mehr erwartet. Das Setting hat mir auch sehr zugesagt, spielt aber nur eine verschwindend kleine Rolle im Gesamtroman. Darauf liegt nicht so sehr das Augenmerk.

    VG Janine

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