Siri Pettersen: Die Rabenringe 02: Fäulnis

Hirka, die in ihrer Heimat dem Ymsland als Fremde angesehen wurde, weil sie nicht wie die anderen einen buschigen Schwanz am Hintern hat, ist mittlerweile durch die Rabenringe in die Welt der Menschen übergegangen. Aber auch hier fühlt sie sich nicht zu Hause. Die Menschen haben seltsame Geräte, mit denen sie über viele Kilometer hinweg kommunizieren können, fahren Auto und sprechen nicht ihre Sprache. Doch Hirka gibt nicht auf und versucht, sich zurecht zu finden. Doch als ihr geliebter Rabe Kuro, der sie in die Welt der Menschen begleitet hat, stirbt, steht ihre Welt Kopf. Vor ihr liegt ein Blinder, wie sie sie schon im Ymsland gesehen und gefürchtet hat. Der Blinde behauptet Naiell zu heißen und der Seher zu sein. Gibt es die Fäulnis auch in der Welt Menschen und hat sie am Ende gar nichts mit Hirka zu tun? Ist Hirka vielleicht sogar umsonst aus dem geliebten Ymsland verschwunden und hat ihre Freundschaft und Liebe zu Rime aufs Spiel gesetzt?

Siri Pettersen ist mit „Fäulnis“ eine tolle Fortsetzung des Fantasy-Highlights des letzten Jahres gelungen. Ein Teil der neuen Handlung spielt auch in der menschlichen Welt der Gegenwart, ein guter Teil aber auch an Rimes Seite weiterhin im Ymsland, in dem bei leibe nicht alles gut ist, seitdem Hirka durch die Rabenringe in die Menschenwelt verschwunden ist. Hirka und Rime haben keine Möglichkeit mehr, einander zu sehen oder zu kommunizieren. Sie vermissen einander aber sehr und wissen nicht, wie sie aus der ausweglosen Situation entkommen sollen.  Rime setzt dafür schließlich alles aufs Spiel und gibt sein Leben in die Hände des größten Feindes. Auch Hirka findet etwas über ihre eigene Vergangenheit heraus und muss ihr Leben neu sortieren.

Die Geschichte ist durchweg spannend und toll aufgebaut. Es gibt immer wieder interessante Wendungen, ohne dass „Fäulnis“ dem Vorgänger „Odinskind“ zu sehr ähnelt. Fans von sowohl High als auch Urban Fantasy kommen hier auf ihre Kosten, da der neue Band eine gelungene Mischung aus beidem ist. Man hat die mysteriösen Krieger in einer fremden Welt, die seltsamen Wesen, die durch die Menschenwelt kriechen und das allüberschattende Böse, gegen das Hirka, Rime und ihre neuen Verbündeten kämpfen müssen. Am Ende bleibt alles sehr offen, denn natürlich hat die Trilogie erst mit „Gabe“ im Juli 2019 ihren Abschluss.

Alle Daumen nach oben, tolles Lesevergnügen aus einer talentierten Feder. Hoffentlich lässt Siri Pettersen auch nach den Rabenringen wieder von sich hören!

Siri Pettersen: Die Rabenringe 02: Fäulnis.
Arctis, Januar 2019.
544 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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