Siegfried Lenz: Die Leute von Hamburg

hamDieses Buch ist ein Schatz. Das Vermächtnis von Siegfried Lenz. „Die Leute von Hamburg“ erschien am Tag nach seinem Tod, zwischenzeitlich war es vergriffen.
Lenz betrachtet die Menschen seiner Heimatstadt durch ein Rumglas. Das Schulkind, einen Polizisten, die Frau beim Einkaufen, einen Künstler und die Journalistin, die „eine Misshandlung von Goldfischen aufdeckt“, zoomt er durch das Glas heran und macht sie zu Hauptpersonen von kleinen Geschichten. Klaus Fußmann zeigt dazu in 17 Bildern sein Hamburg – vom Fischmarkt bis zur Elbphilharmonie.
Man kann sich gut vorstellen, wie Siegfried Lenz da in einem Café durch das Glas auf die Menschen geschaut hat, um die Eigenarten seiner Stadt zu ergründen. „Hamburgisch ist, in aussichtsloser Lage zu diskutieren“, schreibt er, und „Das Hamburgisches ist die Kunst, die Welt am Lieferanteneingang zu empfangen“, zitiert er eine Lehrerin. Es ist ein liebevoller und, wie immer bei Lenz, sehr fantasievoller Blick auf die Menschen. Leider sein letzter.

Siegfried Lenz: Die Leute von Hamburg.
Hoffmann & Campe, Oktober 2014.
72 Seiten, Gebundene Ausgabe, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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