Siegfried Lenz: Das Wettangeln

angelBis kurz vor seinem Tod vor fast einem Jahr hat Siegfried Lenz an seiner Erzählung „Das Wettangeln“ geschrieben. Zum ersten Todestag ist die Kurzgeschichte als letztes Geschenk des großen Erzählers an die Leser erschienen. Die liebevolle Gestaltung des kleinen Büchleins mit Illustrationen von Nikolaus Heidelbach erinnert an Lenz‘ Buch „Leute von Hamburg“, das an seinem Todestag erschienen ist.
„Wettangeln“ ist ein Märchen, das in der gewohnt schönen Lenz-Sprache den zärtlichen Ton der Suleyken“-Geschichten trifft. Der Ich-Erzähler ist ein Jugendlicher, dem beim Angelwettkampf an der Ostsee die Liebe wichtiger als das Anglerglück. Und man ahnt, dass der alte Mann im Rollstuhl Lenz selber ist. „Ich habe ich den Traum, noch einmal einen großen Fisch zu fangen“, hat er einmal geschrieben. In seiner letzten Erzählung hat er sich den Traum erfüllt.
Sein Nachlass liegt im Literaturarchiv Marbach. „Bei Kurzgeschichten und Erzählungen kann man auf einiges gefasst sein“, so Stiftungsvorstand Günter Berg.

Siegfried Lenz: Das Wettangeln.
Hoffmann & Campe, September 2015.
48 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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