Sanne Søndergaard: Mein fantastisches Leben – von wegen!

lebenAgnes Jacobson ist ein Teenager und die sind ohnehin nicht gerade für ihre überschäumende Lebensfreude bekannt. Agnes hat es aber besonders hart getroffen: zu dick, nicht „normal“ genug für ihre Klassenkameraden, verliebt in den Klassenprinzen, man hat es nicht einfach mit fast 15. Weil sie nicht sieht, dass auch nur irgendwo am Horizont ein Licht scheinen könnte, beschließt sie, sich genau an ihrem 15. Geburtstag das Leben zu nehmen. Sie nimmt die Sache wirklich ernst und fängt sogar ein Todestagebuch an, in dem sie ihre letzten Tage akribisch festhält.

Aber mit dem Beginn des Tagebuchs – mit dem Entschluss, Schluss zu machen – geht etwas anderes einher. Agnes hat nichts mehr zu verlieren. Sie will nur noch ihre letzten Tage genießen und beginnt, sich gegen die Mobber, die ihr das Leben schwermachen, zur Wehr zu setzen. Sie hat keine Angst mehr.

Sanne Sondergaard ist unter anderem eine dänische Stand-up-Comedian und das merkt man dem Buch an. Mit viel Witz erzählt es die Wandlung der Agnes Jacobson und das auf eine sehr geschickte, unaufdringliche fast unmerkliche Art und Weise. Am Ende ist es nicht die Welt, die sich verändert hat, es ist Agnes und das ist auch gut so. In Form ihres Tagebuches dürfen wir miterleben, wie sie nach und nach eine andere, ganz neue Sicht auf ihr Leben bekommt – und wie sie die letzte ist, die das mitbekommt.
Das Buch handelt von der Tragik, wenn man selbst davon überzeugt ist, ein Freak zu sein, aber krampfhaft versucht, seiner Umwelt vorzumachen, dass alles in Ordnung ist. Und davon, was passiert, wenn man einfach mal auf das „in Ordnung sein“ scheißt.

Ein herrliches Jugendbuch, voller Witz, Komik und auch Tragik.

Sanne Søndergaard: Mein fantastisches Leben – von wegen!.
Boje, Mai 2015.
208 Seiten, Gebundene Ausgabe, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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