Roz Chast: Können wir nicht über was anderes reden?: Meine Eltern und ich

elternWirklich ungetrübt war Roz Chasts Verhältnis zu ihren Eltern noch nie. Jetzt sind beide über 90 und bei einem der seltenen Besuche in ihrem Elternhaus muss Roz feststellen: sie können nicht mehr alleine Leben. Aber was kann die Lösung sein? Dort hinziehen will und kann sie auf keinen Fall, ein Heim? Eine Hilfskraft (die von den Eltern vehement und starrsinnig abgelehnt wird)? Es wäre alles einfacher, wenn man mit den Eltern darüber reden könnte, aber wie gesagt, wirklich gut war das Verhältnis nie.

Roz Chast hat in ihrer Graphik-Novel ein Thema aufgegriffen, dass die meisten von uns früher oder später betreffen wird, vor allem die Einzelkinder. Wir versuchen es zu verdrängen, hoffen das Beste, aber irgendwann ist der Tag vielleicht trotzdem da. Sie beschreibt in Bildern und Worten die letzten Jahre ihrer Eltern und wie sie sie erlebt hat. Da war Verzweiflung im Spiel, auch Wut und sie beschreibt das auf eine sehr ehrliche, humorvolle Art und Weise. Da sind Dinge zu regeln, über die niemand wirklich nachdenken möchte, aber sie müssen irgendwann doch getan werden. Sie beschreibt den langsamen Verfall ihrer Eltern und wie sie wenig mehr tun kann, als danebenstehen und zahlen.

Ein Thema, das viele angeht, sehr ehrlich beschrieben und sehr humorvoll und doch so traurig.

Roz Chast: Können wir nicht über was anderes reden?: Meine Eltern und ich.
Rowohlt, August 2015.
240 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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