Ray Celestin: City Blues Quartett 02: Todesblues in Chicago

Chicago, 1928: Seit knapp zehn Jahren haben sich Ida und Michael nun in der Stadt niedergelassen. Sie führen ein kleines erfolgreiches Ermittlungsbüro und können an ihre Erfolge in New Orleans anknüpfen. Ihr neuster Fall führt die beiden in die Reihen der Schönen und Reichen, aber auch ins Drogen- und Alkoholmilieu der Stadt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der jungen Verlobten, die eines Nachts einfach verschwunden ist, und dem Anschlag auf ranghohe Tiere der Unterwelt? Ida und Michael nehmen die Ermittlungen auf und verbünden sich mit neuen Menschen, die ihnen für die Recherchen wichtig sein könnten.

Ray Celestin gelang im Vorjahr mit „Höllenjazz in New Orleans“ in meinen Augen ein wahres Glanzstück. Den vorliegenden zweiten Band kann man auch unabhängig lesen. Er findet zeitlich später und in einer anderen Stadt statt. Es sei allerdings dringend empfohlen, den ersten Band ebenfalls zu lesen – er ist es mehr als wert!

Im neuen Band trifft man auf mehr alte Bekannte als die zwei Hauptfiguren. Auch den sympathischen Louis hat es in die neue Stadt verschlagen. Ray Celestin beweist darüber hinaus ein Händchen, die vorherrschende Rassentrennung und die Prohibition authentisch in Worte zu kleiden. Man hat lebhafte Bilder vor Augen und kann vollends in die Geschichte eintauchen. Man bekommt ein Gefühl für Gerüche, Stimmungen, Träume und Hoffnungen der Menschen und kommt ihnen, obwohl die meisten von ihnen ja nur erfundene Figuren sind, so unheimlich nahe.

Die Ermittlungen selbst sind manchmal etwas sperrig und kommen nicht recht voran, vor allem im Mittelteil des Romans. In meinen Augen hätte es an der ein oder anderen Stelle etwas Straffung bedurft. Aber das mildert den tollen Gesamteindruck nur minimal. Alles in allem ist „Todesblues in Chicago“ toll zu lesen und fast genauso gut wie der erste Roman.

Mit „The Mobster’s Lament“ gibt es den dritten Band bereits auf Englisch. Diesmal geht es im Jahr 1947 nach New York. Ein deutsches Erscheinungsdatum des Bandes ist bisher nicht bekannt.

Ray Celestin: City Blues Quartett 02: Todesblues in Chicago.
Piper, April 2019.
592 Seiten, Taschenbuch, 16,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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