Ransom Riggs: Die Legenden der besonderen Kinder

Mögen Sie Märchen? Wenn ja, dann mögen Sie auch „Die Legenden der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs. Dieses Buch nimmt einen bereits im Vorwort für sich ein. Dort heißt es zum Beispiel: „Sollten Sie nicht nachts aufwachen und über dem Bett schweben, weil Sie vergessen haben, sich an der Matratze festzubinden, dann legen Sie dieses Buch bitte sofort wieder dorthin zurück, wo Sie es gefunden haben.“

In den folgenden Geschichten – man ahnt es fast – geht es um allerlei märchenhafte Geschehnisse, die im schnöden Alltag doch eher selten zu beobachten sind: Da gibt es einen Mann – und sein Sohn tut es ihm nach –, der sich langsam aber stetig in eine Insel verwandelt: Ihm wächst Gras aus den Füßen und ihm rieselt Sand aus den Poren. Da gibt es weiter einen Jungen, der die Fluten der Meere beherrschen kann oder eine Prinzessin, die allein deswegen Schwierigkeiten hat, einen Mann zu finden, weil sie mit einer gespaltenen Schlangenzunge geschlagen ist. Fast so, als gehe es bei der Partnersuche nicht um innere Werte.

In der ersten Geschichte verbünden sich die Bewohner eines besonderen Dorfes mit einem Stamm Kannibalen – zu beiderseitigem Nutzen, denn die Dorfbewohner haben die Fähigkeit, dass ihnen die Gliedmaßen nachwachsen, wenn man sie abtrennt, und die Kannibalen zahlen großzügig für die Fleischrationen. Und solche Geschichten haben dann durchaus sogar eine moralische Lehre: Ordne nicht alles dem großen Geld unter!

Der 1979 geborene US-amerikanische Autor Ransom Riggs hat auch einen Herausgeber für seine Geschichten erfunden. Dadurch erweckt er den Anschein, als handele es sich um ganz alte Volksmärchen, die viele Jahrhunderte nur durch mündliche Überlieferungen an die nächste Generation weitergereicht worden sind.

Insgesamt ein großer Spaß für alle, die ein Faible für Phantastisches haben.

Ransom Riggs: Die Legenden der besonderen Kinder.
Knaur, April 2018.
208 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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