Rachel Bach: Die Paradox-Saga 01: Sternenschiff

deviDeviana Morris hatte einst einen Traum. In einer abgelegenen, na gut eher ländlichen, ja schon gut gottverlassenen Gegend aufgewachsen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, wollte sie die Karriereleiter erklimmen.

Nein, nicht nach Wirtschaftsboss oder Holo-Vid-Model stand ihr Sinn, sie wollte kämpfen.

Und die knapp 170 cm Große wollte nicht nur kämpfen, sie wollte die Beste werden!
In den letzten fünf Jahren wurde sie bei den Schwanzdrosseln, immerhin die Elite-Panzertruppe von Paradox fünfmal befördert, jetzt steht eigentlich ein Schreibtischjob an.

Doch Devia, wie ihre Freunde sie nennen will mehr – sie will für König und Vaterland in der legendären Leibtruppe des Königs, den Devastoren, dienen. Dass man sich um einen Platz bei den legendären Devastoren nicht bewerben kann, dass sie, wenn dann, von sich aus auf einen Zukommen macht den Plan schwierig. Dass sie mindestens 20 Jahre als Söldner voraussetzen bedeutet für Devia das Ende ihrer Träume.

Allein, eine Abkürzung in den legendären Dienst scheint es zu geben. Man überstehe ein Jahr als Sicherheitsbegleitung auf der „Glorreicher Narr“ und man kann sich der Aufmerksamkeit aller Söldner wie des Königs sicher sein.

Dumm dabei, dass der Crew der Glorreicher Narr das Pech an den Stiefeln klebt. In unglaublicher Häufigkeit wird das Handelsschiff überfallen, werden Besatzungsmitglieder gemeuchelt, gefoltert und zerrissen.

Genau das Richtige also für unsere toughe Söldnerin – bis sie sich in den Koch des Schiffes verliebt, gegen unsichtbare Monster kämpft, von einem Alien gebissen wird und auf dem Suchradar der fiesesten Agenten des Universums auftaucht …

Rachel Bach ist sonst eigentlich eher im Bereich der Fantasy unterwegs. Allerdings suchte sie zur Entspannung und zum Lesen eine moderne Love-Story mit einer starken Heldin, etwas Schmackes, sprich packende Kämpfe, jede Menge Alien und Geheimnisse. Trotz intensiver Suche fand sie da nichts wirklich Überzeugendes, so dass sie sich selbst an die Tastatur setzte, und fluchs eine Trilogie verfasste.

Und die ist wahrlich nicht von schlechten Eltern!

Die Figuren sind ebenso interessant wie vielschichtig gezeichnet, die Geheimnisse verzwickt, die Kämpfe packend – da müssen sich Moon, Weber und Shepherd warm anziehen, um da mithalten zu können!

Die Ich-Erzählerin punktet dabei mit einem großen Mundwerk, mit viel Mut und noch mehr damit, zu ihren Grundsätzen zu stehen. Dass sie damit immer wieder aneckt macht sie sympathisch und als Erzählerin glaubwürdig, ihre Bedenken, Sorgen und Nöte lassen sich gut nachvollziehen.

Dabei steht ganz eindeutig die Action, und das groß geschrieben, im Vordergrund. Da wird gefightet, dass es den Weltraumstahl ausbeult, da werden riesige Kanonen mittels Kampfrüstung abgefeuert, werden gigantische Raumschiffe, die Särgen gleichen erkundet und gegen unsichtbare Monster angetreten.

Wie dies alles zusammenhängt, welche Rolle der zwielichtige Kapitän, der unserer Heldin ein paar Mal das Lebenslicht ausblasen will, spielt, das bleibt noch ein Geheimnis.

Dass die Handlung förmlich voranrast, dass wir zum Ausruhen kaum kommen, die romantischen Momente angesichts der Gefahrenlage fast vernachlässigbar sind sei erwähnt, denn zum Atemholen kommen weder Leser noch Protagonistin bei dieser Tour de Force an rasanter Action.

Wer also nach einer glaubwürdigen Fighterin mit Herz, Mut und ein wenig Verstand – zugegeben, nicht wirklich viel vom Letzteren, dafür eine Masse an der mittleren Eigenschaft – sucht, der kann ganz bestimmt Schlechteres tun, als sich den Auftakt der Paradox-Trilogie zu Gemüte zu führen.

Leider hat Heyne die beiden restlichen Bände bislang noch nicht in die Vorschau bis April 2017 eingeplant, so dass wir uns wohl noch ein wenig gedulden müssen, bis diese erscheinen.

Rachel Bach: Die Paradox-Saga 01: Sternenschiff.
Heyne, Mai 2016.
448 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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