Polly Dugan: Wir zwei und der Himmel dazwischen

himmelDass der Feuerwehrmann Leo früh sterben würde, damit hat nie jemand gerechnet. Außer vielleicht er selbst. Denn schon Jahre vor seinem Unfalltod beim Skifahren hat er mit seinem besten Freund Garrett schriftlich eine Abmachung getroffen: Im Falle seines Ablebens solle Garrett sich um seine Familie, seine Frau Audrey und die Söhne, kümmern. Seitdem lag der zwischen ihnen geschlossene Vertrag in der Schublade. Doch als die Tragödie wahr wird, erinnert sich Garrett an sein Versprechen und opfert alles, damit es der Familie seines besten Freundes gut geht.

Ein einziges Kapitel zu Beginn des Romans ist aus Leos Perspektive geschrieben, die übrigen betrachten die anderen Familienmitglieder und Garrett näher. Die Geschichte entfaltet sich erst sehr langsam, ohne dass es sonderlich langweilig sein würde. Sie braucht ihre Zeit und wird dann immer besser, je mehr Audrey und die anderen aus dem Schneckenhaus ihrer Trauer hinauskriechen. Besonders die zwei Erwachsenen gewinnen dabei an Farbe. Die Jungs der Familie allerdings blieben mir zu blass und ich hätte mir gewünscht, dass sie etwas mehr Raum einnehmen. Vielleicht hat die Autorin sich nicht recht an das Thema Trauer bei Kindern herangewagt.

Garrett überstrahlt die ganze Geschichte. Als er vom Tod seines besten Freundes erfährt, gibt er sein eigenes Leben auf und zieht zur verbliebenen Familie. Er vollendet Leos Aufgabe, den Bau eines Gartenhauses, hilft bei der Beerdigung und versucht die Familie aus dem Tief ihrer Trauer zu ziehen, obwohl auch er selbst erschüttert ist. Ihm gegenübergestellt ist Audrey, Leos Frau, die sich am Anfang vergräbt und sogar schon mit der alltäglichen Wahl ihrer Kleidung überfordert ist.

Alles in allem war die Geschichte vorhersehbar, aber gut geschrieben. Nette Unterhaltung für zwischendurch, an die man sich vermutlich trotz der Thematik nicht übermäßig lange erinnern wird.

Polly Dugan: Wir zwei und der Himmel dazwischen.
Knaur, Januar 2016.
400 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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