Petteri Nuottimäki: Rechne immer mit dem Schlimmsten

Ein skurriler Roman kommt aus Schweden: Petteri Nuottimäkis „Rechne immer mit dem Schlimmsten“. Darin versucht ein Mann namens Matti Aalto, der einst mit seiner Familie von Finnland nach Schweden ausgewandert ist, mit sehr eigenwilligen Methoden, seine drei Kinder auf das harte Erwachsenenleben vorzubereiten. Wer alles richtig macht, dem winkt als Erbe die Insektenzucht, die Matti besitzt – und das schon bald, weil er sterbenskrank ist. Er verkauft seine Tierchen zur Schädlingsbekämpfung an die Forstindustrie.

Doch die Kinder haben wenig bis gar keine Lust auf dieses Erbe. Sie wollen lieber ein Billardcafé gründen, auf Pferde wetten oder in den Antiquitäten-Markt einsteigen – wenn auch allesamt reichlich erfolglos …

Man merkt diesem Roman an, dass er auf dem wahren Leben von Nuottimäkis Großvater beruht – will heißen: Nicht alles, was möglicherweise bei Familien-Treffen seit Jahrzehnten für Lacher sorgt, kommt gleichermaßen lustig rüber, wenn man es in einen Roman packt. Möglicherweise ist aber auch der offenbar recht eigenwillige finnenschwedische Humor etwas, das man in Deutschland nur bedingt versteht.

Ein wenig aus der Kurve fliegt die Geschichte, als ein seit Jahrzehnten tot geglaubter weiterer Sohn auf den Plan tritt. Ab diesem Moment wird die ganze krude Geschichte für den Leser nur noch schwer nachvollziehbar.

Seltsam ist auch die Eigenart des Autors, einen Teil seiner Geschichte über Fußnoten zu erzählen, als handele es sich um eine Diplomarbeit. Das erschwert das Lesen, weil man im Text ständig springen muss.

Fazit: Sicherlich gibt es in diesem Buch viele Stellen, über die man mindestens schmunzeln kann, aber insgesamt ist dem Autor hier noch nicht der ganz große Wurf gelungen, was wohl auch daran liegt, dass die Figuren letztlich etwas blass und emotionslos bleiben.

Petteri Nuottimäki: Rechne immer mit dem Schlimmsten.
HarperCollins, April 2017.
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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