Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters

farbeEs tut mir leid, gleich zu Anfang sagen zu müssen, dass ich mehrfach bei diesem Roman, eher eine Art autobiographisches Tagebuch, eingeschlafen bin. Das ist überhaupt nicht meine Art – ich habe immer Respekt vor dem geschriebenen Wort und den Autorinnen und Autoren. Ich habe aber keinen Zugang gefunden. Die Namen haben mich ermüdet, die Orte und die Sätze, die unendlich, in einer mir völlig fremden Sprache, die Augen schläfrig werden lassen.

Wir befinden uns in einem Frauengefängnis in Zimbabwe, im früheren Rhodesien. Memory, so heißt die Ich – Erzählerin, ist wegen Mordes verurteilt und wartet seit Jahren, auf, na ja, auf was auch immer. Am Ende natürlich auf Ihre Freiheit. Das ist aber auf keinen Fall so einfach. Die politischen Verhältnisse, die Traditionen, die Religionen, nicht  zuletzt die Apartheit Vergangenheit Rhodesiens, lassen alle Hoffnungen schwinden. Memory ist eine weiße Schwarze, ein Albino, und sie wächst auf in armen und verrückten Verhältnissen. Ihre Mutter ist psychisch schwer durch und hier und da stirbt ein Geschwisterkind. Alles rätselhaft und wird spät ansatzweise aufgeklärt.

Memory wird, so denkt sie sich das, an einen weißen Edelmann verkauft, der ihr aber eine Hochschulausbildung und ein feines Leben ermöglicht. Dieser Lloyd wird eines Tages tot aufgefunden und als Mord Memory angelastet. Der Großteil dieses Buches besteht aus dem Frauengefängnisalltag in Zimbabwe. Sicher kein Zuckerschlecken – viel Schikane bis hin zu Schlägen, Isolierhaft und allem was man sich vorstellen kann. Aber es springt kein Funke über. Auch die in all den Seiten hin geraunten Versprechungen, das man am Ende die ganze Wahrheit erfährt, entpuppen sich als Langweiler. Man fängt an zu überlesen oder schläft ein. Kann ich nicht empfehlen.

Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters.
Arche, August 2016.
352 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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