Peternelle van Arsdale: Tief im Wald

Die Geschichte beginnt so: Vor langer Zeit lebten zwei Schwestern …

… und mit diesen Worten beginnt von Arsdales märchenhafter Fantasy-Roman wirklich. Das Etikett „Fantasy“ braucht der Roman eigentlich nicht, da er alle Merkmale eines Märchens zeigt.

Die Geschichte beginnt mit zwei Schwestern, die verstoßen werden und sich tief im Wald in zwei ungeheuerliche Wesen verwandeln, die die Zeiten überdauern. In der Einsamkeit haben sie sich in Seelenesserinnen verwandelt und kehren nur in die Siedlungen der Menschen zurück, um die Erwachsenen zu töten.

Eines Tages kommen sie auch in Alys` Dorf. Alys begegnet als einzige den bösen Schwestern und spürt eine Verbindung zu ihnen. Am Morgen nach deren Erscheinen sind auch dieses Mal alle Erwachsenen tot und die Kinder, auch Alys, müssen ins Nachbardorf umsiedeln. Hier bleiben sie fremd unter den tief religiösen Bewohnern, die sich mit der Zeit mit immer fanatischeren Maßnahmen vor den Seelenesserinnen schützen wollen.So wird  ein kleineres Dorf geschaffen und die Familien müssen ihre etwas außerhalb gelegenen Häuser aufgeben.

Die Kinder, die die Dorfbewohner aufgenommen haben, werden in den Familien erzogen, führen aber eine Parallelexistenz: Sie bewachen das Dorf, das zur Festung geworden ist, in der Nacht und schlafen am Tage. Auch hier nimmt Alys eine Sonderstellung ein, denn ihre Pflegefamilie ist anders, als die anderen: Ihre Mutter ist eine Heilerin und deshalb angesehen und gefürchtet. Gleichzeitig ist sie kinderlos, was sie in dieser abergläubischen Gemeinschaft verdächtig macht.

Alys erfährt schließlich, dass sie nicht so angepasst und gehorsam ist wie die anderen Dorfbewohner. Als Alys das alte Haus ihrer Eltern heimlich aufsucht, um eine Medizin für ihre kranke Mutter zu holen, wird sie entdeckt, was sie in Lebensgefahr bringt. Im Verlauf der Handlung spielt Alys` Beziehung zu den verstoßenen Schwestern wieder eine Rolle, außerdem ihre Flucht und der Beginn eines neuen Lebens.

Van Arsdale studierte Englische Literatur und arbeitete als Lektorin in verschiedenen Verlagen.

„Tief im Wald“ wird von den Amazon Studios verfilmt und die Bilder aus der bäuerlichen Gemeinschaft, die Szenen im Wald und die Gestalt der Schwestern ist neben der sorgfältig ausgearbeiteten Handlung sicher eine Verfilmung wert. Noch intensiver und auf jeden Fall im Vorhinein zu empfehlen: Lesen und das Kopfkino einfach machen lassen!

Peternelle van Arsdale: Tief im Wald.
Heyne, Mai 2019.
384 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Corinna Griesbach.

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