Peter Cameron: Was geschieht in der Nacht

Ein namentlich nicht näher benanntes Ehepaar reist mit dem Zug in ein Kaff im verschneiten europäischen Norden, um ein Kind aus einem Waisenhaus abzuholen, das die beiden adoptieren wollen.

Von Anfang an geht alles schief. Das Paar steigt an einem vollkommen verlassenen Bahnhof falsch aus und weiß kaum ins Hotel zu kommen.

Peter Camerons „Was geschieht in der Nacht“ ist ein seltsamer Roman. Die Handlung weist einige Kapriolen auf, die nur schwer nachzuvollziehen sind.

So ist das Verhältnis des Paars von einem permanenten Streit geprägt. Auch erweist sich die todkranke Frau als extrem wankelmütig, was ihre Motivation zur Adoption des Babys angeht. Ein aufdringlicher Geschäftsmann, ein Barkeeper und eine alternde Schauspielerin, die im selben Hotel wie das Paar logieren, spielen ebenso ominöse Nebenrollen wie ein Wunderheiler.

Hauptproblem dieses Romans ist, dass man sich als Leser kaum mit einer der Figuren identifizieren kann. Ihr Handeln bleibt nicht nachvollziehbar.

Auf der Positivseite lässt sich die gut durchgehaltene düstere Stimmung vermerken, die zuweilen etwas an Kafka erinnert. Das gilt auch für die grotesk-absurden und surrealen Situationen, in die das Paar ständig kommt.

Peter Cameron: Was geschieht in der Nacht.
Aus dem Englischen übersetzt von Werner Löcher-Lawrence.
Liebeskind, Juni 2022.
272 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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