Paul Bokowski: Alleine ist man weniger zusammen

alleinDer in Berlin lebende Autor Paul Bokowski schreibt seine Geschichten in erster Linie, um sie auf den Lesebühnen „Brauseboys“ oder „Fuchs & Söhne“ vor Publikum vorzutragen – entsprechend kurz und pointiert sind sie.

In Buchform auf dem heimischen Sofa konsumiert, verlieren sie denn doch möglicherweise ein wenig von ihrem Reiz. Es fehlt das Live-Erlebnis der Lesung. Außerdem fällt es schwer, sich alle drei oder vier Seiten auf ein neues Thema einzulassen.

Paul Bokowski, geboren 1982, widmet sich in seinen Miniaturen ganz dem mit Berliner Lokalkolorit gefärbten Alltagswahnsinn. Da gibt es Rita und Herta, deren Unterarme auf dem Fenstersims festgewachsen scheinen und die sich quer über den Hinterhof ihre Lebensweisheiten zubrüllen. Da gibt es skurrile Anrufe bei der Polizei, Beobachtungen im Baumarkt oder Peinlichkeiten mit den Eltern. Auch die (homosexuelle) Liebe kommt nicht zu kurz.

Ein gutes und über weite Strecken auch lustiges Büchlein für zwischendurch. Nicht mehr und nicht weniger.

Paul Bokowski: Alleine ist man weniger zusammen.
Manhattan, Mai 2015.
160 Seiten, Taschenbuch, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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