Pascale Maret: Mich kriegt ihr nicht

michColton Harris-Moore hat in den USA mit seiner Lebensgeschichte für viel Wirbel gesorgt. Basierend auf Zeitungsartikeln über Harris-Moore, der zur Zeit in Haft ist und selbst ein Buch über seine Erlebnisse plant, hat die Autorin Pascale Maret das Jugendbuch „Mich kriegt ihr nicht“ geschrieben. Sie lässt den Jungen Harrison Travis von seiner Kindheit in einem verkommenen Wohnwagen erzählen, von seiner Mutter, die säuft und damit droht, Travis` Hund zu erschießen, von seinem Hunger und dem ersten Diebstahl, einer Pizza aus Nachbars Kühlschrank.
Und dann geht das Roadmovie los, Travis dringt in Villen ein, haust auf der Straße, klaut Autos und – das macht seine Geschichte so außergewöhnlich – Flugzeuge.
Geschult durch Computerspiele und Flugsimulatoren, die er in den Häusern findet, in die er eingebrochen ist und in denen er zeitweise lebt, versucht er sich mehrmals mehr oder weniger geschickt als Pilot. Er trampt, fährt und fliegt quer durch die USA, lebt im Indianer Reservoir und in fremden, leerstehenden Häusern. Seine Freundschaften sind flüchtig, die Polizei ist ihm immer dicht auf den Fersen.
Sein Leben auf der Flucht führt Travis schließlich ins Jugendgefängnis, wo er beginnt, ohne Selbstmitleid und ein wenig stolz auf das Erreichte, seine Geschichte zu erzählen.
Dieses Setting, ein Leben im Wohnwagen ohne Anschluss an die Gesellschaft, kennt man aus amerikanischen Filmen und der jugendliche Leser wird damit kaum eigene Erfahrungen verbinden. Der Entdeckergeist, die Liebe zum Abenteuer, die Leidenschaft fürs Fliegen, die Travis immer wieder aus seinem Elend heraus reißen, das alles ist ansteckend und wird locker erzählt, mit einem schönen Cliffhanger am Ende jedes Kapitels.
Die Besonderheit beim mixtvision-Verlag und ein super Extra beim Jugendbuch: Wie immer ist das E-Book beim Buch inklusive.

Lesen und mitfiebern – ohne ein Zuviel an erwachsener Moral.

Pascale Maret: Mich kriegt ihr nicht.
mixtvision, Juli 2014.
220 Seiten, Taschenbuch, 12,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Corinna Griesbach.

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