Alice Feeney: Manchmal lüge ich

Bereits auf dem Buchcover sind dem Titel „Manchmal lüge ich“ die beiden Sätze „Ich liege im Koma“ und „Mein Mann liebt mich nicht mehr“ vorangestellt. – Ein spannender Einstieg also, der neugierig macht. Alice Feeney gelingt es, diese Spannung über weite Teile des Textes zu halten, indem sie mit drei Erzählebenen arbeitet.

Ihre Protagonistin Amber liegt im Wachkoma und registriert alles, was um sie herum geschieht und was geredet wird. Aber sie kann sich nicht mitteilen und sie kann sich nicht mehr an alle Zusammenhänge ihres Lebens erinnern. Stumm und reglos lässt sie die Routine des Krankenhausalltags über sich ergehen und lauscht dabei den Gesprächen des Personals oder ihrer Besucher Paul und Claire.

Ambers Mann Paul ist Schriftsteller und Amber ist sich sicher, dass er sie nicht mehr liebt und etwas damit etwas zu tun hat, dass sie erinnerungslos im Krankenhaus liegt. Auch ihrer Schwester Claire, die immer das Lieblingskind ihrer Eltern gewesen war, misstraut sie. Weiterlesen

Jojo Moyes: Mein Herz in zwei Welten

In dem nunmehr dritten Band verfolgt Jojo Moyes das Leben von Louisa Clark, die einst den Tetraplegiker Will pflegte und an ihn sein Herz verlor. Im neuen Abenteuer wagt Louisa endlich, was Will ihr vor mehr als zwei Jahren geraten hatte. Lebe und sage Ja zum Leben. Deshalb macht sich Louisa zu einem neuen Ufer auf. Sie lässt ihren Freund Sam und ihre Familie in England zurück, um die Assistentin der jungen, reichen Agnes Gopnik zu werden. Sie braucht eine Art bezahlte Begleiterin, um ihren Alltag zu strukturieren, hat aber keine körperliche Einschränkung. Anfangs weiß Lou deshalb nicht so recht, was eigentlich ihr Job ist. Doch da kommt sie bald schon dahinter …

Immer wieder hat sie auch damit Probleme, dass ihr Herz, wie der Titel andeutet, in zwei Welten zu Hause ist. Ihre Beziehung mit dem Sanitäter Sam, den sie unter besonderen Umständen im zweiten Band kennenlernte, ist noch sehr frisch und hält der Entfernung kaum stand, vor allem als er eine hübsche neue Kollegin zugeteilt bekommt. Weiterlesen

Beate Sauer: Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Januar 1947: Mitten im „Hungerwinter“ wird in der Eifel der Kölner Alteisen- und Schrotthändler Jupp Küppers erschlagen. Schnell wird klar, dass Küppers seine Finger auch in Schwarzmarktgeschäften hatte. Nachdem in einem seiner Lager englische Waren entdeckt werden, nimmt Richard Davies von der britischen Militärpolizei die Ermittlungen auf. Doch aus dem einzigen Zeugen des Mordes, dem sechsjährigen Peter Assmuß bekommt die (männliche) Polizei kein Wort heraus. Davies fordert Unterstützung von der weiblichen Polizei in Köln an und bekommt sie in Person der jungen Polizeiassistentenanwärterin Friederike Matthée.

Friederike ist eher widerwillig Polizistin und nach einigen Fehlern schwebt über ihr schon das Damoklesschwert der Entlassung. Für sie war der Eintritt in die Polizei, der noch gar nicht lange zurück liegt, die beste (und vielleicht auch einzige) Möglichkeit, nach der Flucht aus Ostpreußen gemeinsam mit ihrer Mutter im Westen Fuß zu fassen und zu einer Unterkunft zu kommen. Weiterlesen

T. C. Boyle: Good Home

Ein Mann muss eine Leber zu einer Patientin transportieren. Doch dann gerät er wegen eines Erdrutsches in einen Megastau, und das Organ wird von Minute zu Minute unbrauchbarer. Eine liebesbedürftige Frau gerät an einen Fanatiker, der alle wild lebenden Katzen töten möchte. Ein einsamer Mann kauft sich eine Schlange, kommt aber nicht damit zurecht, dass er ihr Ratten zum Fraß vorwerfen muss, die ihm so sehr ans Herz gewachsen sind.

Die Geschichten in T.C. Boyles Story-Sammlung „Good Home“ haben es allesamt in sich und sind deshalb so atemberaubend spannend und lesenswert, dass man sich zuweilen fast nicht traut, auf die nächste Seite zu blättern, es dann aber natürlich doch tut, weil man wissen muss, wie es weitergeht.

Dass man sich alle 30 bis 40 Seiten an neues Personal und ganz neue Situationen gewöhnen muss, ist gar nicht schlimm – im Gegenteil: Es macht den Reiz dieses Buches aus. Weiterlesen

Matthew J. Arlidge: D.I. Helen Grace 06: Eingeschlossen

Für D. I. Helen Grace ist gerade ein Alptraum wahrgeworden. Ihr Neffe hat sie so gründlich in eine Falle tappen lassen, dass sie wegen dreifachen Mordes inhaftiert wird. Zwischen Schwerkriminellen und ehemaligen ‚Kunden‘ wartet sie über mehrere Monate auf ihren Gerichtstermin und muss irgendwie die täglichen Angriffe überleben. Die erste Frau, die ihr über den schweren Anfang hinweghilft, wird eines Nachts ermordet. Als Helen zu viele Fragen stellt, wird sie übel zusammengeschlagen. Trotzdem will sie den Mörder finden. Und dann sterben in ihrem Trakt zwei weitere Frauen. Externe Beamte ermitteln, und jeder weibliche Häftling hat Angst, das nächste Opfer zu werden.

Außerhalb des Gefängnisses riskiert ihre Kollegin und Freundin Charlie alles, um Helens Unschuld zu beweisen. Weiterlesen

Patricia Briggs: Mercy Thompson 10: Stille der Nacht

Zehn Bücher lang begleiten wir nun Mercy Thompson, die KFZ-Mechanikerin für Deutsche Autos bei ihren abenteuerlichem Leben. Mercy, die als Werkojotin bei einem Werwolfrudel aufwuchs hat sich in Tri-City einen Namen gemacht. Nicht nur hat sie die Alpha des örtlichen Werwolfrudels geheiratet, zu ihren Freunden gehören einer der mächtigsten Fae, ein uralter Vampir, eine Hexe, Polizisten und Goblins.

Das aber rückt sie auch ins Augenmerk gefährlicher Feinde. Der Herr der Nacht, Anführer der Europäischen Vampire will den gefährlichsten Übernatürlichen aus Tri-City in seine Gewalt bringen – und entführt Mercy. Dass es dieser gelingt zunächst nach Prag zu fliehen, verhindert dass er seinen Fehler früh bereut. Dann aber reist ihr Mann nebst ihren Freunden an – und die Welt steht an der Schwelle eines Krieges der übernatürlichen Völker … Weiterlesen

John Wray: Die rechte Hand des Schlafes

Oskar Voxlauer ist als sehr junger Mann Soldat im Ersten Weltkrieg gewesen. Dann hat es ihn nach Rußland verschlagen, wo er eine Frau hatte, die an den Folgen der Säuberungsaktionen gestorben ist. 1938 kehrt er zurück in sein Österreichisches Heimatdorf und ist natürlich nicht mehr der, der er war. Aber auch das Dorf hat sich verändert und der Nationalsozialismus hält Einzug.

Bei dem Buch habe ich ständig geschwankt zwischen „wie genial“ und „ja aber“. Fasziniert hat mich zunächst einmal die Tatsache, dass überhaupt jemand ein Buch über ein Bergdorf in Österreich zur Zeit des Anschlusses an das Reich schreibt. Auch dort hat der Nationalsozialismus Einzug gehalten, auch dort kommen bestimmte Menschentypen an die Macht und andere leiden darunter.

Voxlauer will über seine Zeit in Rußland nicht reden und hat dafür gute Gründe. Die werden im Buch auch nach und nach beschrieben. Weiterlesen

Lukas Hartmann: Ein passender Mieter

Bei Margret und Gerhard hängt der Haussegen schief. Das Paar im mittleren Alter hat sich nicht mehr viel zu sagen. Nur die langjährigen Gewohnheiten und der Sohn Sebastian sind der Halt in ihrer Ehe. An dem Tag, an dem Sebastian fluchtartig auszieht, beginnt das Fundament ihrer Ehe zu bröckeln.

Gerhard will die Anliegerwohnung des Sohnes vermieten. Was Margret will, überhört er routiniert. Nach einem Inserat und Kennenlernen lassen sie den Fahrradmechaniker Beat in das ehemalige Reich des Sohnes einziehen. Er ist in Sebastians Alter und ein stiller Zeitgenosse, der seine Freizeit fast vollständig mit Fahrradfahren ausfüllt. Als im Laufe der nächsten Monate immer häufiger von Überfällen auf junge Frauen berichtet wird, wächst in Margret ein Verdacht. Ein ungutes Gefühl nährt ihre Angst. Natürlich nimmt Gerhard sie nicht ernst. Schon seit Ewigkeiten hat er sie nicht ernstgenommen. Und Margret hat sich angewöhnt, ihre Wahrnehmungen ebenfalls zu hinterfragen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Trotzdem wird die Angst stärker und lähmt sie. Weiterlesen

Ellen Sandberg: Die Vergessenen

Sommer, 1944: Die junge Krankenschwester Kathrin hat in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg ihre erste Arbeit gefunden. Sie möchte unabhängig sein und ihren eigenen Weg gehen. Dass sie sich dann ausgerechnet in den hochrangigen Arzt Karl Landmann verguckt, war so nicht geplant. Nach einigen Wochen merkt sie außerdem, dass die Arbeit in der Heil- und Pflegeanstalt alles andere als glatt läuft. Seltsame Vorkommnisse häufen sich und Kathrin kommt bald einem erschütternden Geheimnis auf die Spur.

Berlin, 2017: Auch das Leben der Journalistin Vera wird erschüttert, als ihre geliebte Tante Kathrin einen Schlaganfall erleidet und ins Krankenhaus kommt. Schon bald wird Vera klar, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht und sie deckt Dinge auf, über die manche Menschen lieber nicht gesprochen hätten. Weiterlesen

Megan Miranda: TICK TACK – Wie lange kannst Du lügen?

Schon vor Jahren hat Nic ihren Heimatort verlassen – und das aus gutem Grund. Ein einziger Anruf ihres dementen Vaters wirft sie jedoch völlig aus der Bahn. Sie vermietet ihre Wohnung für ein halbes Jahr und macht sich auf den Weg nach Hause. Dabei ist nur ein kleiner Grund, dass sie ihr Elternhaus soweit in Schuss bringen muss, dass es verkauft werden kann. Viel wichtiger ist ihr, was ihr schwer dementer Vater gesagt hat: „Ich habe es gesehen, das Mädchen“. Damit kann nur ihre Freundin Corinne gemeint sein, die kurz vor Ende der Schulzeit verschwand und nie wieder auftauchte. Der Täter wurde nie gefasst, aber beinahe Nics gesamter Freundeskreis stand unter Verdacht. Jetzt ist wieder ein Mächen verschwunden, war es der gleiche Täter und wird er diesmal gefasst? Weiterlesen