Snorri Kristjánsson: Blut und Gold

Irgendwo in Skandinavien, 970 n. Chr.: Die junge Helga Finnsdottir lebt als Ziehtochter beim Clan des Wikingers Unnthor Reginsson. Er hat seine vier Kinder zu sich gerufen und sie erscheinen mit ihren kompletten Familien. Karl, der Geldsorgen hat, der kräftige Bjorn, der schlaue aber zurückhaltende Aslak und die einzige Tochter, Jorunn, die nicht weniger stark als die Herren ist. Als alle zusammengekommen sind, wird schnell klar, dass sie mehrere Konflikte miteinander haben. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht liegt dann eins von Unnthors Kindern tot in seinem Bett. Helga ist misstrauisch und versucht, herauszufinden, was in der vermeintlichen Mordnacht geschehen ist.

Snorri Kristjánsson versucht sich in „Blut und Gold“ an einer Art Detektivgeschichte zur Zeit der Wikinger mit weiblicher Protagonistin. Leider hat die Geschichte so gar nichts Spannendes an sich und plätschert komplett vor sich hin. Der einzige Grund, sie wirklich zu Ende zu lesen, ist die Suche nach dem Täter. Weiterlesen

Catherine Ryan Howard: Ich bringe dir die Nacht

Zu Beginn ihres ersten Studienjahres in Dublin lernt Alison Will kennen und lieben. Aus diesem Grund hat sie für ihre beste Freundin Liz und ihr Studium immer weniger Zeit. Die scheinbar unbegrenzte Freiheit verändert die schüchterne Alison. Sie wird mutig, sagt ihre Meinung und trifft zum ersten Mal eigene Entscheidungen.

Die Partyfreude der Studenten ändert sich schlagartig, als innerhalb weniger Monate fünf junge Frauen aus dem ersten Semester, darunter auch Liz, ermordet und in den Kanal geworfen werden. Verschiedene Indizien geben der Polizei Anlass, Will zu verdächtigen. Während Alison noch der Presse gegenüber beteuert, an Wills Unschuld zu glauben, gesteht dieser die Morde.

Zehn Jahre später werden wieder junge Studentinnen am Kanal in Dublin ermordet. Will erfährt davon und behauptet, er könne Informationen über den echten Kanalkiller liefern. Er würde aber nur mit Alison sprechen wollen. Weiterlesen

Ilona Andrews: Stadt der Finsternis: Unheiliger Bund

In den letzten Jahren hat Kate Daniels viel erlebt – erleben müssen. Mit der unregelmäßigen Rückkehr der Magie in die bis dahin hochtechnisierte Welt kamen auch die übernatürlichen Wesen aus dem Untergrund – seitdem bevölkern Werwesen, Vampire und Zauberer die Städte und versuchen ihre Machtbasis zu verbreitern. Damit nicht genug, kehrten auch die Götter in die Welt zurück. Um Atlanta, Georgia, ihre Heimat zu schützen hat Kate sich die Stadt untertan gemacht – sehr zum Missfallen ihres mit gottähnlichen Kräften ausgestatteten, unsterblichen Vaters Roland.

Der Vater-Tochter-Konflikt spitzt sich zu – auch, weil Kate beschlossen hat, Nägel mit Köpfen zu machen – sprich, sie will den heiligen Bund der Ehe eingehen, ihr Bräutigam, der Werlöwe Curran ist seinem zukünftigem Schwiegervater ein Dorn im Auge. Eine Prophezeiung weissagt, dass der Krieg zwischen Tochter und Vater Atlanta brennen lassen wird und entweder Curran oder Kates noch ungeborenem Kind den Tod auf einer Blutlanze Rolands bringen wird. Als Roland den Hexer Saiman entführt, wird eine Grenze überschritten – trotz der Weissagung rüstet Kate zum Kampf gegen ihren verhassten Vater … Weiterlesen

Brendan Behan: Borstal Boy (1958)

Brendan Behan wurde 1923 im irischen Dublin geboren. Sein Vater war Anstreicher und Gewerkschafter, er wurde mehrfach wegen seiner politischen Aktivitäten inhaftiert. Mit 16 Jahren trat Brendan Behan der IRA bei und wurde beinahe umgehend bei einem Anschlagsversuch mit Sprengstoff in Liverpool verhaftet. Drei Jahre verbrachte er in einer englischen Besserungsanstalt, einem „Borstal“, in Suffolk. Über diese Zeit schrieb er den autobiografischen Roman „Borstal Boy“, der 1958 im Original erschien. In Deutschland wurde er 1963 erstmals veröffentlicht. Kiepenheuer & Witsch haben am 10. Januar 2019 eine Neuauflage des irischen Klassikers in einer Taschenbuchausgabe herausgegeben. Curt Meyer-Clason übersetzte den Roman aus dem Englischen. Behan Brendan starb 1964 mit nur 41 Jahren an jahrelangem Alkohol- und Medikamentenmissbrauch.

Der erste Teil von „Borstal Boy“ beginnt mit der Verhaftung von Brendan Behan in einer Liverpooler Pension. Dort sollte er für die IRA einen Sprengstoffanschlag in den Docks durchführen. Zunächst landet er in Untersuchungshaft. Und schon dort schließt er Freundschaft mit anderen Inhaftierten, wie z.B. Charlie aus Croydon und Rotschopf. Weiterlesen

Chris Cander: Das Gewicht eines Pianos

Man sagt, heißt es in diesem Buch, der Klavierbauer Julius Blüthner hätte ein besonders gutes Händchen bei der Auswahl des Holzes für seine Pianos gehabt. Wenn er in den rumänischen Wäldern mit seinem Spazierstock an die Fichten klopfte und dem Fallen der Stämme lauschte, konnte er sagen, aus welchem ein ausgezeichneter Resonanzboden werden würde. Diese Sachkenntnis und die Liebe zum Detail beim Bau, ließen in seiner Werkstatt Klaviere entstehen, die mit ihrem warmen Klang die Menschen bezauberten.

Ein solches Blüthner-Piano vermacht ein geheimnisumwitterter, blinder Deutscher der 8-jährigen Katya Anfang der 1960er Jahre im sowjetischen Zagorsk. „Ihr Herz schlägt für die Musik, das sieht selbst ein Blinder,“ schreibt er in seinem Abschiedsbrief.

Und er hat Recht. Katya verliebt sich in ihr Blüthner und in die Musik, die sie ihm entlocken kann. Viele Jahre wird sie täglich an ihrem Klavier sitzen und schließlich an der Leningrader Akademie ihren Abschluss als Konzertpianistin machen.

Als ihr Mann Mikhail sie bedrängt, mit ihm und ihrem kleinen Sohn in die USA auszuwandern, sträubt sie sich, denn es wäre unmöglich, das Blüthner mitzunehmen. Weiterlesen

Matthew Richardson: Niemand kennt deinen Namen

Solomon Vine, leitender Spezialist der britischen Spionageabwehr, dachte, schon alles gesehen und erlebt zu haben. Als ihn eine Terminänderung nach Istanbul zu der Vernehmung eines möglichen Terroristen bringt, gerät er in ein Netz aus Lügen und Täuschungen. Ebenfalls hineingeraten ist sein Kollege Wilde, mit dem er früher befreundet war. In den Reihen des Secret Services soll es einen Maulwurf mit dem Codenamen Niemand geben, behauptet der Inhaftierte. Die Enthüllung dieses Geheimnisses sei seine Freiheit wert. Am gleichen Tag steht Vine vor dem Ende seiner Karriere: In Abwesenheit von Wilde wird der Inhaftierte angeschossen. Alle Indizien sprechen für Solomons Schuld, so dass dieser auf unbestimmte Zeit suspendiert wird. Drei Monate später verschwindet Wilde spurlos. Weil alles nach einer Entführung durch Profis aussieht, bietet ihm Vines ehemaliger Chef die Chance für eine Rehabilitation. Solomon soll in Wildes Vergangenheit nach den Motiven der Entführer suchen. Ohne es zu ahnen, gerät Solomon immer tiefer in ein Komplott, für das er erneut den Sündenbock spielen soll. Weiterlesen

Susanne Pavlovic: Die Herren von Nebelheim

Krona Karagin hat in ihrem Leben vieles falsch gemacht. Dass sie sich mit etwas über 14 Jahren als Soldatin verdingte, dass sie das Abenteuer suchte und im Alkohol ihren Frieden zu finden glaubte erwies sich im Nachhinein als nicht ganz so geschickt. Die ungeliebte Mutterrolle konnte sie nie ausfüllen, zwei Ehen blieben auch auf der Strecke. Doch sie hat auch einiges richtig gemacht. Ihre Freunde konnten und können immer auf sie zählen, das ist doch auch mal schon etwas. Mittlerweile ist sie als Heermeisterin von Abrantes bestellt, und eckt mit ihrer direkten, so mancher Höfling findet vulgären Art, bei den Adeligen immer wieder an. Und das, wo hoher Besuch vor der Tür steht. Adelige und Zwerge sind schon in der Feste angekommen, die Elfen haben sich, erstmals seit Generationen angekündigt, als man in den aufgegebenen Stollen unterhalb der Burg auf Monster trifft. Wesen, die mittels dunkler Magie geschaffen wurden, und die hungrig sind. Als Krona in die Mine eindringt hat sie Visionen von sich selbst – einem älteren Selbst, auf das sie später in den Tunneln stößt. Damit noch nicht genug werden Sie und Wolfram der Spielmann kurz danach mittels Magie in die Zukunft versetzt – eine Zukunft, in der die Elfen dabei sind, alle Menschen des Reiches auszulöschen … Weiterlesen

Claudia Sammer: Ein zögerndes Blau

Leon wächst geborgen auf in einem Haus voller Lachen und Musik. Doch seine glückliche Kindheit endet, als der Krieg über die Familie hereinbricht. Der Vater wird eingezogen, die Mutter wird mit ihren Söhnen in einen Zug ins Nirgendwo verfrachtet. Auf einem Bahnhof verliert Leon im Gedränge seine Mutter und seine Brüder. Er strandet in einem fremden Land an einem unbekannten Ort, findet andere Kinder mit demselben Schicksal und schließt sich mit ihnen zusammen. Gemeinsam überleben sie von dem, was sie im Wald und auf den Feldern finden oder sich erbetteln. Eine besondere Beziehung hat er zu einem kleinen Mädchen, das nicht redet und nichts von sich preisgibt. Leon nennt sie Teres. Als beide von einer Bauernfamilie aufgenommen werden, wird aus Leon Leonas und aus Teres seine Schwester. Ihre alten Identitäten scheinen ausgelöscht.

Die beiden müssen im Haushalt und in der Landwirtschaft mithelfen, aber sie haben genug zu essen und werden gut behandelt. Bald können sie sich in der fremden Sprache ausdrücken. Doch Leon leidet unter der Eintönigkeit. Weiterlesen

Adam Silvera: Am Ende sterben wir sowieso

Am 5. September kurz nach Mitternacht klingelt Matteos Telefon. Er weiß schon, bevor er drangeht, welche Nachricht er erhalten wird. Heute wirst du sterben. Heute ist der Tag. Die so genannte „Death Cast“ warnt die Menschen mittlerweile vor. Gegen Mitternacht an ihrem Todestag erhalten sie eine telefonische Nachricht und können so ihren letzten Tag voll genießen und besondere Dinge tun. Gesetzt den Fall, sie fallen nicht direkt nach der Nachricht tot um. Denn das weiß man dennoch nicht. Man weiß nicht, wie man stirbt und wann. Nur, dass es vor Mitternacht des nächsten Tages passieren wird. Matteo beschließt, die Chance zu nutzen und sucht sich über eine der zahlreichen Apps, die existieren einen letzten Freund, mit dem er den Tag verbringen kann. Seine Wege kreuzen die von Rufus, der sich auf der Flucht vor der Polizei befindet und der ebenfalls eine Nachricht von Death Cast erhielt. Am Ende des Tages werden beide tot sein. Weiterlesen

Sam Carrington: Saving Sophie – Ihr letzter Moment könnte auch Deiner sein

Die 17-jährige Sophie wird nach einer Partynacht von der Polizei nach Hause gebracht. Sie ist seltsam verwirrt, spricht sinnlose Sätze über ihre Freundin Amy und man bekommt nichts aus ihr heraus, was passiert sein könnte. Am nächsten Morgen dann der Schock: Amy ist nach der Nacht gar nicht nach Hause gekommen. Bange Stunden des Wartens beginnen für Amys Eltern und auch Sophies Eltern Karen und Mike machen sich Sorgen um den Verbleib der Freundin ihrer Tochter. Weiß Sophie mehr als sie vorgibt?

Sam Carrington entwirft mit „Saving Sophie“ eine spannende Geschichte, die aber stellenweise etwas langatmig gehalten ist. Manchmal passiert Kapitel für Kapitel nicht wirklich nennenswertes. Ein paar gute Kapitelenden gibt es und man möchte dennoch immer wieder erfahren, was nun wirklich passiert ist. Bald wird eine Leiche gefunden und es stellt sich heraus, dass es sich dabei nicht um Amy, sondern um Erin, Sophies allerbeste Freundin, handelt. Zeitgleich erhält Sophie verstörende Nachrichten auf ihrem Computer, verpixelte Bilder, Andeutungen. Doch das behält sie lieber für sich. Weiterlesen