Oliver Plaschka: Marco Polo: Bis ans Ende der Welt

Jeder kennt Marco Polo. Und jeder hat schon einmal darüber diskutiert, ob es ihn nun gab oder nicht. Wen es auf jeden Fall gibt, ist Oliver Plaschka. Und der hat sich der historischen Figur angenommen in seinem aktuellen Buch „Marco Polo – Bis ans Ende der Welt“. Gerade einmal 17 Jahre ist Marco, als er mit Vater und Onkel eine weite Reise antritt, um das Wesen des Christentums dem Hof des Kublai Khan näher zu bringen. Und natürlich ist die Reise beschwerlich – die mit ihnen geschickten Gelehrten geben weit vor dem Ziel auf und auch Marco selbst muss mehrmals dem Tod von der Schippe springen.

Gefallen hat mit der Rahmen, in den Plaschka seine Geschichte bettet. Er lässt den Protagonisten seine Erlebnisse selbst erzählen – und zwar im Gefängnis von Genua. Hier trifft er auf den Literaten Rustichello, der ein dankbarer Zuhörer und späterer Verfasser seiner Biografie ist.

Und dennoch überzeugt mich die neue Aufmachung des Klassikers von Willi Meinck nicht so ganz. Die historische Korrektheit macht die Erzählung das eine oder andere Mal zähfließend. Die Sprünge von Erinnerung (Reise) zu Gegenwart (Gefängnis) erinnern mich stark an Sofies Welt. Ab und an überspringt man dann eine Seite, weil der Lieblingscharakter in der Handlung auf sich warten lässt.

Für alle, die Meinck und Marco Polo noch nicht kennen, dennoch eine Pflichtlektüre. Für alle anderen ein großes Kann, keinesfalls ein Soll.

Oliver Plaschka: Marco Polo: Bis ans Ende der Welt.
Droemer, Oktober 2017.
864 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annett Bergk.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.