Nele Neuhaus: Im Wald, gelesen von Julia Nachtmann

neuhausAls „Bodensteins persönlichster Fall“ wird dieser achte Krimiband von Nele Neuhaus um das Krimiduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff beworben. In der Tat führt eine Mordserie die beiden in von Bodensteins Heimatort Ruppertshain. Er kannte entweder die Opfer selber oder zumindest die Familien der Opfer. Das ist auch kein Wunder bei einem derart kleinen Ort. Aber was steckt hinter den Morden? Die Geschichte führt ganz weit zurück, bis zu einem kleinen Jungen, der bereits jetzt schon tolerant und gerechtigkeitssuchend ist und sich ausgerechnet mit dem ausgestoßenen Artur anfreundet – und mit einem geretteten Fuchswelpen. Bis die beiden eines Tages verschwinden und niemand herausfindet, was geschehen ist.

Rätselhaft wird der Fall vor allem dadurch, dass das zweite Opfer ohnehin nur noch wenige Tage zu leben gehabt hätte. Die gängigen Motive wie Gier oder Eifersucht fallen also schon mal ganz raus. Aber das Opfer muss irgendetwas gewusst haben, dass den Täter zum Täter werden ließ. Von Bodenstein lässt sich mehr als einmal von seinen Kindheitserinnerungen überwältigen und taucht noch einmal ein in die Zeit der 70er Jahre.

Ich mag ja solche Rückblenden in Romanen grundsätzlich. Ich mag es, wenn der Protagonist mit der Weisheit des neuen Jahrtausends auf die Jahre meiner eigenen Kindheit zurückblickt. Von daher haben mich die langen Passagen auch nicht gestört, die von Bodenstein in seiner Kindheit verbringt. Insgesamt ist das wieder ein spannender Taunuskrimi mit einem Plot, der versucht die Untiefen des Dorflebens ans Licht zu bringen. Das gelingt auch, aber irgendwie nur zum Teil. Es sind zu viele beteiligt, die nicht wirklich böse sind, um den Gruseleffekt zu erzeugen, den zum Beispiel Petra Hammesfahr meisterhaft beherrscht. Trotzdem ist „Im Wald“ (Ich frag mich immer noch, ob der ursprüngliche Titel vielleicht „Im Hinterwald“ lautete) ein guter Krimi mit einem bewährten Ermittlerteam, das der Zuhörer von Band zu Band mehr kennen- und lieben lernt.

Gelesen hat das Buch wie auch schon die vorherigen Julia Nachtmann. Sie kämpft ich tapfer und professionell durch die Vielzahl von Charakteren. Ich finde ja, so eine zarte weibliche Stimme macht einen solchen Krimi immer noch eine Spur unheimlicher. Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass ich solche Hörbücher gerne abends bei Kerzenschein höre. Ich finde die Stimme jedenfalls passend zum Hörbuch.

Nele Neuhaus: Im Wald, gelesen von Julia Nachtmann.
Hörbuch Hamburg, Oktober 2016.
9 CDs, 17,50 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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