Neal Shusterman: Scythe 01: Die Hüter des Todes

Citra lebt in einer perfekten Welt. Es gibt keine unheilbaren Krankheiten mehr, keinen Tod, nicht mal Alter, denn man kann sich einfach ab 60 Jahren auf ein beliebiges Alter über 20 zurücksetzen lassen. Es gibt nur eine tödliche Gefahr und das sind die Scythe. Sie wurden von den Menschen beauftragt, ein bestimmtes Kontingent zu töten, denn es gibt weiterhin Kinder. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die nicht jeder geeignet ist und die niemand haben will. Ausgerechnet Citra wird berufen, sich zur Scythe ausbilden zu lassen, ein Ruf, dem man besser folgt. Aber es kommt noch schlimmer. Sie ist nicht der einzige Lehrling dieses besonderen Scythe, sondern beginnt ihre Ausbildung gemeinsam mit Rowan. Nur einer kann am Ende Scythe werden und so geraten die beiden in einen Wettkampf des Versagens. Aber das ist noch nicht das Allerschlimmste.

Es geht bei Scythe in der Hauptsache um die Verantwortung, die es mit sich bringt, auswählen zu müssen, wer leben darf und wer stirbt. Aber auch um den Druck, der auf den Scythe lastet. Zum einen werden sie von allen gehasst, denn auch wenn wenn die Menschen ihre Funktion einsehen, bringen sie doch den endgültigen Tod. Zum anderen müssen sie töten, wie es auch der natürliche Tod getan hätte, das bedeutet, dass auch junge Menschen, wirklich junge Menschen, zu ihren Opfern zählen müssen. Das ist nicht für alle ganz einfach.

Aber natürlich gibt es auch die Irren, die es einfach genießen. Citra und Rowan geraten in ein Machtspiel zwischen Meinungen, Scythen, Tradition und Notwendigkeiten. Und sehr bald stellt sich heraus, dass nur einer von beiden das überleben darf.

Ein fulminanter Auftakt zu einer Serie, die viel verspricht. Ehrlich gesagt kann ich den zweiten Band kaum abwarten. Figuren, die sich logisch weinterentwickeln, die sich verändern, zum Guten wie zum Schlechten und viele offene Fragen. Dabei ist der Roman derart gut geschrieben, dass man ihn kaum aus der Hand legen kann, hat Wendungen und Wirrungen, die den Leser immer wieder aufs Neue fesseln und Staunen lassen. Bislang gefällt mir das fast noch besser als die „Vollendet“-Trilogie vom gleichen Autor.

Neal Shusterman: Scythe 01: Die Hüter des Todes.
Sauerländer, September 2017.
528 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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