Monika Feth: Blutrosen

Romy hat ihren Traumjob gefunden und wie es aussieht auch ihren Traummann. Und sie hat eine Geschichte für die Zeitung, für die sie arbeitet, im Kopf. Es soll eine Story über Frauenhäuser und die Frauen werden, die sich dorthin flüchten. Dabei ist Romy doch gerade selbst frisch verliebt. Sie lässt sich tief auf das Thema ein, freundet sich mit der jungen Fleur an, die schon mehrfach vor ihrem dominierenden Freund Mikael geflohen ist. Bislang hat er sie immer gefunden, aber Köln ist immerhin eine Großstadt, da dürfte es nicht so einfach sein. Zudem bleiben die Anschriften der Frauenhäuser gut geschützt. Fleur erzählt Romy nach und nach ihre Geschichte und eines wird immer klarer: wirklich sicher fühlt sie sich nie.

Romy ist ein wenig zerrissen in diesem Roman. Zum einen ist sie frisch und glücklich verliebt (in einen Mann, den sie einst hasste und den ihre Umwelt eher suboptimal findet), zum anderen lässt sie sich tief – sehr tief – auf Fleurs Geschichte ein, erfährt auch andere Geschichten von den Frauen und begreift, wohin bedingungslose Liebe führen kann. Obwohl der Pressetext explizit auf diesen Konflikt hinweist, wird er kaum mehr als angerissen. Verständlich, es handelt sich um eine mehrbändige Reihe mit einer bereits aufgebauten starken Protagonistin. Romy fällt nicht einfach um, weil es woanders schlecht ausgegangen ist, aber sie wird nachdenklich.

Bislang fand ich die Romy-Reihe von Monika Feth deutlich schwächer als die Jette-Reihe, aber dieser Roman hat das wieder wett gemacht. Ich liebe Romys „Schmuddelbuch“ und kann ihr folgen, wenn sie sich Hals über Kopf in dieses neue Abenteuer stürzt. Es ist ja nicht so, dass sie nicht gewarnt worden wäre, aber sie überlässt Fleur sogar ihre Wohnung, als diese sich – aus gutem Grund – im Frauenhaus nicht mehr sicher fühlt. Monika Feth lässt den Leser auch in den Kopf von Mikael schauen, aber wirklich verstehen kann man ihn nicht. Große Leistung der Autorin, dass man ihm immerhin folgen kann.

Fazit: Spannender Thriller, guter Einblick in die Frauenhaus-Szene, ich verstehe immer noch nicht, warum Monika Feths Thriller unter Jugendbuch laufen, aber immerhin kann man sich dann auf ein relativ gutes Ende verlassen.

Monika Feth: Blutrosen.
cbt, April 2017.
512 Seiten, Gebundene Ausgabe, 17,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.