Moira Fowley-Doyle: Wenn der Sommer endet

Wenn der Sommer endet von Moira Fowley-DoyleCara ist 17 Jahre alt, als in diesem Jahr die dunkle Zeit über ihre Familie hereinbricht. Zu ihrer Familie gehören noch die ein Jahr ältere Schwester Alice, die Mutter und der gleichalte Ex-Stiefbruder Sam, der nach dem Weggang des Stiefvaters bei der Familie geblieben ist. Jedes Jahr im Oktober werden die Familienmitglieder von Unglück und Pech heimgesucht. Es kommt zu Knochenbrüchen, Schürfwunden, Stürzen und manchmal sogar Todesfällen. Und dieses Jahr soll es ganz besonders schlimm sein, das sagt zumindest Caras Freundin Bea, die dies in ihren Tarot-Karten gelesen hat. Dann entdeckt Cara inmitten all der Verletzungen etwas Seltsames beim Durchsehen ihrer alten Fotos. Auf jedem Bild, sogar den Urlaubsfotos, ist irgendwo ihre ehemalige Freundin Elsie zu sehen, die Cara als kleines Mädchen beigestanden hat, als ihr Vater starb. Zufall oder steckt mehr dahinter? Cara versucht, nach vielen Jahren Kontakt zu Elsie aufzunehmen.

„Wenn der Sommer endet“ ist nicht gerade ein temporeiches Buch. Man liest ewig und drei Tage bis wirklich mal etwas passiert. Dabei ist die Grundsituation gar nicht verkehrt! Irgendwie ist alles ein bisschen mystisch angehaucht und die dunkle Zeit, unter der die Familie sehr leidet, sorgt für eine düstere Atmosphäre. Elsie ist vorerst verschwunden, scheint sich in Luft aufgelöst zu haben, nachdem sie jahrelang nur eine unscheinbare Randerscheinung war. Leider mangelt es der Autorin dann am richtigen Händchen für einen gelungenen Spannungsbogen, was das Lesen bisweilen etwas anstrengend und langwierig macht.

„Wenn der Sommer endet“ kann man lesen, muss man aber nicht. Die Autorin kann schreiben, schafft es hier aber gründlich, sich die erzeugte Spannung mit endlos-ereignislosen Szenen zu vermiesen.

Moira Fowley-Doyle: Wenn der Sommer endet.
cbt, Juni 2016.
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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