Mirko Bonné: Lichter als der Tag

Dies ist eine Geschichte von vier Kindern, die zusammen ihre Teenager – und Jugendzeit meist in einem verwilderten Garten verbringen und, bei aller Freundschaft,  den falschen Weg einschlagen, bzw. alle die Abzweigung verpassen oder nie wirklich nach den Möglichkeiten, die das Leben sonst so bietet, gesucht haben. Hört sich kompliziert an, ist es auch und in den Auswirkungen katastrophal. Als sich die vier, Raimund und Moritz auf der einen – und Inger und Floriane auf der anderen Seite, als Erwachsene für die jeweils falsche Partnerschaft entscheiden, bleibt nur noch eine kurze Strecke und alle Freundschaft ist auf Ewigkeiten zerrüttet.

Schlimme Versuche alles im Geheimen wieder gut zu machen, enden depressiv. Das eine ungleiche Paar, Raimund und Floriane, bekommen sogar noch zwei Kinder zusammen, die, jedes auf seine Art, der Entzweiung der Eltern trotzen. Schlichtweg verrückt ist die Schwangerschaft von Inger, denn der Vater ist auch Raimund und nach und nach schält er sich als die Hauptperson des Buches heraus. Es müssen ca. dreißig Jahre vergehen, bis sich die Lebenslügen derart hochkochen, dass Raimund nur noch den Ausweg sieht, sich aus dem Leben zu verabschieden, oder tatsächlich die eine letzte und entscheidenden Chance am Schopfe zu packen und über seinen Schatten zu springen. Dabei hilft ihm ein guter Freund, der zwar auch sein Päckchen zu tragen hat, aber zu ihm steht.

Es kommt zu einer Art showdown in Lyon.  Letztendliche Rettung für Raimund ist sein Liebe zu Farben und zum Licht, bzw. eines ganz bestimmten Lichtes, woran er sich klammert. Er findet dieses Licht dargestellt in einer Ausstellung in Stuttgart und schmiedet endlich einen Plan der in am Ende des Tages wieder gesellschaftsfähig macht. Keine Lügen mehr, sich nichts mehr vormachen, sich den Dingen stellen. Zu seiner wahren Liebe stehen. Das ist die Botschaft dieses erst recht schweren, doch dann immer leichter werdenden Romans, der uns die Frage stellt: was ist Glück! Tja, schön!

Mirko Bonné: Lichter als der Tag.
Schöffling, Juli 2017.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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