Miqui Otero: Simón

Aus Spanien kommt ein Roman, der von einem Jungen handelt, der in Barcelona aufwächst. Seine Familie inklusive Onkel und Tante betreiben eine Kneipe, die so etwas wie das Zuhause für den Titelhelden Simón ist. Es ist herrlich, wie Autor Miqui Otero das sinnbefreite Gerede der Stammgäste beschreibt.

Simón, der unter dem plötzlichen Weggang seines Cousins leidet, wird zum jungen Mann, lässt sich zum Koch ausbilden und lernt ganz unterschiedliche Frauen kennen. Die Beschreibungen dieser manchmal turbulent verlaufenden Liebschaften nehmen einen breiten Raum ein.

Er geht auf Reisen, probiert Drogen und erlebt unterhaltsame Abenteuer.

Der Roman, der zugleich eine Hommage an Barcelona ist und manchmal etwas an einen anderen Autor dieser Stadt, Carlos Ruiz Zafon, erinnert, beginnt kurzweilig und rasant und bietet viele Szenen, die zum Lachen oder Nachdenken anregen. Später verliert er an Tempo. Das Ende kommt arg rührselig daher.

Otero, geboren 1980, streut gelegentlich Sätze ein, die etwas manieriert, gekünstelt wirken – zum Beispiel: „Die Tauben von Barcelona sind grau, weil die Leute sie mit ihren Problemen füttern“. Das kann man – je nach eigenem Geschmack – genial finden oder auch, da es zum durchgehenden Stil dieses Autors gehört, etwas abgehoben und nervig.

Miqui Otero: Simón.
Aus dem Spanischen übersetzt von Matthias Strobel.
Klett-Cotta, August 2022.
448 Seiten, Gebundene Ausgabe, 25,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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