Mikkel Robrahn: Signs of Magic 02: Die Suche nach Tzunath

Matilda Godwins hat sich nach der Jagd auf den Jadefuchs in das Anwesen der Familie zurückgezogen. Nach ihrer Mutter ist nun auch ihr Vater spurlos verschwunden – und zwar im Keller des riesigen Gebäudes. Als sie diesen selbst zu erforschen beginnt, stößt sie auf einen seltsamen feuchten Raum voller Muscheln.

Der Zauberer Albert Tubbs hat sich inzwischen sein eigenes Theater gekauft und fiebert seiner ersten Aufführung entgegen. Bei dieser wird er von einer rothaarigen Frau namens Cynthia angesprochen, die sich als Schuldeneintreiberin im Auftrag von Mrs. Lynbrook entpuppt. Albert soll mit ihr zusammen zu Matilda reisen, mehr verrät Cynthia vorerst nicht.

Matilda hat gerade einen Baugutachter in ihrem Muschelraum verloren, als Albert und Cynthia bei ihr auftauchen. Cynthia will mit den beiden Freunden ebenfalls durch den Muschelraum – und zwar direkt in die Marschlande, einem versteckten Verbindungssystem zwischen den Kontinenten, um für Mrs. Lynbrook nach ihrem Ex-Mann zu suchen. Und da Matilda ohnehin nach ihren Eltern suchen möchte, willigen sie und Albert schließlich ein, sich auf ein gefährliches Abenteuer in die düstere Sumpflandschaft zu begeben, bei der Mr. Lynbrook nicht die einzige unheilvolle Kreatur sein wird, der sie begegnen werden.

In dem zweiten Teil seiner „Signs of Magic“-Trilogie schlägt Mikkel Robrahn auch konzeptionell ein neues Kapitel auf. Während der erste Teil komplett in der uns bekannten Welt spielte, bewegen wir uns nun in den Marschlanden, einer wilden Sumpfwelt, in der Seefahrer Güter von A nach B schmuggeln, alles irgendwie klamm und feucht zu sein scheint und neben Sumpfechsen auch das ominöse Monster Tzunath auf Opfer lauert. Dabei beweist Robrahn, dass er auch die Darstellung einer fiktiven Welt erfreulich gut beherrscht. Die Beschreibungen sind atmosphärisch, die Wild-West-Charaktere der Marschlande machen Spaß und auch die Verbindung zur realen Welt ist überzeugend.

Man mag Robrahn anlasten, dass er das Rad mit seinem zweiten Teil nun nicht wirklich neu erfindet. Albert und Matilda sind nun mit Cynthia unterwegs statt mit Botzki und jagen über einen großen Teil des Buches ein anderes mysteriöses Wesen und nicht den Jadefuchs, aber was die Handlung anbelangt, lassen sich durchaus große Parallelen zum ersten Teil zeihen. Da Matilda und Albert aber zwei gelungene Hauptfiguren sind, auf deren Wiedersehen ich mich schon vor Beginn des Buches gefreut habe, und der neue Schauplatz samt neuen Nebenfiguren für mich genug Abwechslung bieten, verzeihe ich die Ähnlichkeiten zum zweiten Teil in diesem Fall gerne.

Nach „Die Suche nach Tzunath“ bin ich zwar nicht ganz so begeistert wie nach dem ersten Teil der Reihe, aber auch nicht enttäuscht – und das muss ein zweiter Teil nach einem guten Auftakt ja auch erst einmal schaffen. Daher eine Leseempfehlung – mit der Hoffnung darauf, dass der dritte und letzte Teil im Oktober 2022 nochmal eine etwas überraschendere Story bereithält.

Mikkel Robrahn: Signs of Magic 02: Die Suche nach Tzunath.
Aus dem Englischen übersetzt von Lara Ingles.
Fischer, Juni 2022.
416 Seiten, Taschenbuch, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Sarah Beumer.

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