Michael Templar: Die Sternen-Saga 02: Orion: Die Jäger des Schicksals

Die Welt wird untergehen. So zumindest die Weissagungen der Kassandren, die diesen Untergang schon vor Jahrtausenden prophezeiten. Nur eine Person kann das Armageddon vielleicht aufhalten – eine junge Prophetin, die vom Schicksal bereits arg gebeutelt wurde. Zwei Geheimgesellschaften stehen sich hierbei feindlich gegenüber. Die Gilde der Anhänger Eris, die sich vom Untergang die Weltherrschaft versprechen, und der Orden des Orphischem Mysterium, der sich dem Untergang entgegenstemmt. Die Seherin Idris Kahlis hat bereits vor Jahrhunderten geweissagt, dass nur Natalie das Verhängnis aufhalten kann. Ihr Vater vegetiert, seit die Anhänger Eris ihn ungeschützt gezwungen haben in den Aether zu blicken, im Irrenhaus vor sich hin, ihre Mutter ist vor den Schergen Eris geflohen.

Die alte Weissagung und ihre eigenen Fähigkeiten als Seherin führen Natalie auf die Spur von drei antiken Omentexte. Bei jedem Untergang einer Hochkultur sollen in diesen Hinweise auf die letztendliche Rettung verborgen sein. Natalie und Giles machen sich, entgegen den Anweisungen des Mysteriums auf, die Texte zu suchen und zu sichern – immer verfolgt von den Agenten Eris und in Versuchung geführt, weit tiefer in den Aether vorzudringen als ratsam .

Vorhang auf zum zweiten Roman um den prophezeiten Weltuntergang – was natürlich nonsense ist, geht es in den Titeln doch gerade darum, denselben zu verhindern.

Michael Templar hat Altertumswissenschaften studiert, nicht unbedingte Voraussetzung, um über antike Prophezeiungen und Kulte zu schreiben, dennoch kommt das nicht eben ungeschickt weiss er doch, wovon er schreibt. Man merkt den Text, insbesondere bei den Beschreibungen der Suche nach den Omenrollen an, dass hier ein Verfasser seine Feder nutzt, um Wissen zu Papier zu bringen und uns zu vermitteln. Seine diesbezüglichen Beschreibungen sind dezidiert, ziehen uns in die jeweiligen Handlungsorte und wir erfahren so einiges Wissenswertes über alte Hochkulturen. Auch die Verquickung mit Astrologie fügt dem Plot eine weitere faszinierende Facette hinzu.

Daneben nimmt der, nun nennen wir es Abenteuer-Plot, weiter Fahrt auf. Die Umtriebe der Eris-Jünger, die immer brutaler vorgehen, die Erkenntnisse, die unsere Protagonistin aus ihren Visionen auch über ihre ganz persönliche Vergangenheit erhält, fügen dem Plot weitere Dramatik hinzu. Dabei wird auch deutlich, dass sich Natalie fast nur auf Giles und dessen Leibwächter verlassen kann. Es geht hier verklausuliert natürlich um Vertrauen und Verantwortung, und die Tatsache, dass ein jeder Heranwachsende Verantwortung für sich und seine Taten übernehmen muss.

Das Tempo der Handlung ist hoch, stilistisch liest sich der Text angenehm flüssig, ohne große Besonderheiten in einem Rutsch durch. Es bleibt mindestens noch ein Band in dem die Ereignisse fortgeführt werden und den die Leser sicherlich ungeduldig erwarten.

Michael Templar: Die Sternen-Saga. Orion: Die Jäger des Schicksals.
Oettinger, April 2019.
304 Seiten, Gebundene Ausgabe, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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