Mel Wallis de Vries: Ich sehe was, was du nicht siehst

Vier junge Mädchen am Rande zum Erwachsenwerden machen nach dem Tod ihrer Freundin eine gemeinsam geplante Reise. Doch Emma, das Verbindungsstück zwischen den Mädchen, gibt es nicht mehr. Auf einer Weihnachtsfeier im letzten Winter sah man sie zuletzt. Seitdem sind Bo, Lilly, Anouk und Mabel auf sich allein gestellt. Und ihre Freundschaft läuft alles andere als gut. Denn schon im Bus nach Frankreich gibt es den ersten Streit zwischen den ungleichen Teenagern. Draufgänger Bo, die ängstliche Lilly, die übersinnliche Anouk und Mabel, die ein Geheimnis wahrt, machen sich dennoch auf in den Ferienort. Als dort allerdings ein Top auftaucht, das Emma in der Nacht ihres Verschwindens trug, steht die Welt der Mädchen Kopf. Hat vielleicht doch eine von ihnen etwas mit Emmas Verschwinden zu tun?

Die niederländische Autorin Mel Wallis de Vries hat schon einige Jugendthriller veröffentlicht. Die Titel ihrer Thrillerreihe präsentieren stets eine in sich abgeschlossene Geschichte und bauen nicht aufeinander auf. Im vorliegenden Roman lernt man vier Mädchen kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Man kann nicht glauben, dass sie einst mit Emma befreundet waren. Das Verschwinden des Mädchens hat eine große Kluft zwischen die vier getrieben und seitdem läuft ihre Freundschaft mehr als unrund.

Die Geschichte wird in knappen Kapiteln aus der Ich-Perspektive aller Mädchen beschrieben. Zudem gibt es kurze Kapitel einer weiteren, irgendwo gefangen scheinenden Person und einer zusätzlichen Person, die mit ihren Gedanken auf das Tun der Mädchen reagiert. Alles zusammen gibt eine spannende und hochexplosive Mischung für Jugendliche zwischen 13 bis 16 Jahren. Vor allem die Geschehnisse rund um Anouk haben mir sehr gut gefallen und für zusätzliche Spannung gesorgt. Ihre Mutter ist mit übersinnlichen Fähigkeiten gesegnet und es scheint, als trete Anouk in die Fußstapfen ihrer Mutter. Diesen Zug der Geschichte fand ich sehr gelungen.

Daumen nach oben für einen spannenden, kurzweiligen Roman!

Mel Wallis de Vries: Ich sehe was, was du nicht siehst.
ONE, April 2020.
240 Seiten, Gebundene Ausgabe, 12,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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