Megan Miranda: Little Lies – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht

Die Journalistin Leah hat ein Geheimnis in ihrer Vergangenheit und zieht deswegen aus Boston in eine Kleinstadt weitab vom Großstadtleben. Sie mietet ein Haus zusammen mit einer Freundin aus Collegezeiten, Emmy. Leah arbeitet als Lehrerin, Emmy, so hat sie ihr erzählt, verdient sich ihr Geld an der Rezeption eines Hotels und mit Putzen.

Eines Tages ist Emmy verschwunden. Leah fällt dies wegen ihrer unterschiedlichen Arbeitszeiten erst nach Tagen auf und, nachdem eine schwerverletzte Frau gefunden wird, fängt sie an, sich Sorgen zu machen. Der ermittelnde Kommissar Kyle beginnt zusammen mit ihr, nachzuforschen. Dabei finden sie vor allem heraus, dass Leah so gut wie nichts über Emmy weiß. Statt Antworten tauchen immer mehr Fragen auf: wer ist Emmy, wieso gibt es nirgendwo Spuren von ihr, keine Vergangenheit, keine Gegenwart.

Die Handlung verspricht einen Thriller mit reichlich Nervenkitzel und Hochspannung. Es gibt immer neue Wendungen, so dass man im Laufe der Lektüre nie sicher sein kann, wer die Wahrheit sagt und wer etwas verbirgt. Da aber die Protagonistin Leah sehr unnahbar bleibt, nicht wirklich Sympathie in der Leserin weckt und auch die Spannungsmomente sehr wenig subtil gesetzt sind, hat mich der Thriller nicht mitgerissen. Die Handlung zieht sich zeitweise unnötig, die Rückblenden sind mehr verwirrend als weitertragend, die Figuren sind zahlreich, aber blass. Die Zusammenhänge wirken oft mühsam konstruiert.

Ein echter Pageturner ist dieser Roman nicht.

Megan Miranda: Little Lies – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
Penguin, Januar 2020.
384 Seiten, Taschenbuch, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Renate Müller.

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