Meg Wolitzer: Das weibliche Prinzip

Dieses Buch liest sich wie ein gut geölter Motor, der nicht stottert oder irgendwelche besonderen Geräusche von sich gibt. Sollte also jemand sich sowohl gut unterhalten fühlen wollen als auch eine Einschlaflektüre suchen, dann ist man bei diesem Buch zu hause. Ein Genuss ohne Reue sozusagen, aber eben auch kein Knaller. Weil, außer eine Familientragödie, die unvermittelt die Lebenspläne eins der vier Hauptprotagonisten zerstört, passiert nicht viel. Das Buch läuft mit seinen ewigen Rückblenden wie an der Schnur gezogen vorwärts.

Wir begleiten die anfangs schüchterne Greer Kadetzky auf ihren Weg. Dabei sind noch ihre Jugendliebe Cory und die homosexuelle Zee, die Greer an der Uni kennenlernt. Leicht in Fahrt kommt der Roman durch die frühe Begegnung von Greer mit der bekannten Frauenrechtlerin Faith Frank,  die sie fortan nicht mehr los lässt und auch inhaltlich ihr Berufsleben bestimmt. Interessant sind die Ausflüge in die Historie der amerikanischen Frauenbewegung und ihre vorreitenden Zeitschriften wie „Bloomer“. Durch Umwege lädt Faith Frank Jahre später Greer ein, bei einer neuen Stiftung mitzumachen, deren Aufgabe als eine Art Agentur ist, Events mit den dazu gehörenden Prominenten, Moderatoren oder Rednerinnen zu organisieren bis hin zu Redenschreiben und dem dazugehörenden  Marketingsegment. Ein Projekt geht dabei irgendwie aus den Fugen und Greer kann moralisch nicht mehr mithalten und sie kehrt erst zu Zee zurück, um mit ihr ins Reine zu kommen – da war noch was zwischen ihnen –  und sich um Cody zu kümmern, der, wie gesagt, mit einer Katastrophe in seiner Familie überfordert ist. Also ein ewiges Auf und Ab – wie im richtigen Leben.

Ein gut nachzuempfindendes Sozialgemälde mit dem Schwerpunkt auf Feminismus und Frauenrechte aus den letzten 50 Jahren in den Staaten. Aber insgesamt, das muss ich gestehen, habe ich „Das weilbliche Prinzip“ als Roman nicht so recht verstanden. Da fehlte irgendwas. Es fesselte nicht. Tut mir leid!

Meg Wolitzer: Das weibliche Prinzip.
DuMont Buchverlag, Juli 2018.
496 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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