Max Osswald: Von hier aus betrachtet sieht das scheiße aus

Ben Schneider ist deprimiert. Er hat keine Freude mehr, leidet an seinem Job in einer Steuerberatungskanzlei und generell an seinem ganzen Leben. Deshalb beschließt er, seinem Dasein ein Ende zu setzen.

Aber es soll kein normaler Selbstmord sein, er will spektakulär aus dem Leben scheiden. Deshalb beauftragt er über einen Mittelsmann einen Auftragskiller, der ihn für 40.000 Euro ins Jenseits befördern soll – aber erst in 50 Tagen. Eine Rücknahme dieses Auftrags ist nicht möglich.

Es ist ein bisschen vorhersehbar, wie sich die Geschichte entwickelt. Unser Held, der seinen Job kündigt, lernt wieder Freude am Leben zu empfinden. Er findet unter anderem eine Freundin und söhnt sich mit seiner Schwester und Mutter aus. Will er jetzt überhaupt noch sterben?

​Max Osswald, ein Stand-up-Comedian aus München, benutzt in seinem Debütroman „Von hier aus betrachtet sieht das scheiße aus“ viele Kraftausdrücke. Das kann man – je nach Geschmack – nervig oder belebend finden. Obwohl sein Buch nun nicht die total überraschenden philosophischen Erkenntnisse liefert („Geld ist nicht alles“), liest es sich recht unterhaltsam in einem Rutsch durch. Lediglich die Auflösung am Ende – die Sache mit dem Killer – ist etwas enttäuschend.

Max Osswald: Von hier aus betrachtet sieht das scheiße aus.
dtv, Mai 2022.
336 Seiten, Taschenbuch, 11,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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Ein Kommentar zu “Max Osswald: Von hier aus betrachtet sieht das scheiße aus

  1. Ich habe das Buch auch gelesen. 🙂
    Zuerst dachte ich, es würde eines dieser Bücher werden, die mich wirklich begeistern und überraschen würden. Doch meine Begeisterung wurde immer wieder auf die Probe gestellt. Dennoch glänzt die Geschichte hin und wieder mit cleveren, bitterbösen Wahrheiten, manchmal auch bittersüßen, in denen man sich selbst wiedererkennt.
    Immer wieder sind die Geschehnisse von Max‘ scharfzüngigem Humor durchdrungen. Das gibt dem Ganzen den brisanten Realismus, wie ich finde.

    Für mein Empfinden wurden jedoch viele aktuell gesellschaftlich trendige Themen ins Buch gepresst und somit geradezu „abgegrast“, das hat man gespürt. Es wurde zwar alles gut miteinander verknüpft, dennoch war es für mich too much, offensichtlich konstruiert und klischeebehaftet.

    Insgesamt war „Von hier betrachtet sieht das scheiße aus“ für mich ein besonderes und schönes Lesevergnügen. Allerdings ist der letzte Funke leider nicht übergesprungen.

    Literarische Grüße sendet Olivia

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