Martina Parker: Zuagroast. Gartenkrimi

Ein fieser, brutaler Ehemann, der „Club der grünen Daumen“, eine Stammtischrunde garten- und kräuterinteressierter Damen, eine umtriebige Journalistin und ein fescher Gärtnermeister sind die Hauptakteure in diesem „Gartenkrimi“. Gewürzt wird die Sache mit einem ordentlichen Quantum Alkohol, einer Prise Sex und jeder Menge Garten-Fachwissen.

„Zuagroaste“ sind in Österreich ganz pauschal Personen, die sich an einem Ort ansiedeln, dorthin also „zureisen“, im Gegensatz zu den dort ansässigen Einheimischen. Sie werden manchmal belächelt oder übers Ohr gehauen, weil sie mit den örtlichen, oft dörflichen, Gegebenheiten nicht vertraut sind. Der Durchschnittsösterreicher steht Zuagroasten anfangs immer skeptisch und arrogant abwartend gegenüber, bis er sich nach geraumer Zeit mit ihnen fraternisiert oder auch nicht.

Die Journalistin Vera Horvath bezieht mit ihrer Tochter das Haus ihrer verstorbenen Urgroßmutter in einem Dorf im Südburgenland an der Grenze zu Ungarn. Sie freundet sich mit Eva Achleitner an, Gattin des Architekten Paul Achleitner, ebenfalls kürzlich zugezogen. Paul ist ein wahres Ekel und schon bald wendet Eva das im „Club der grünen Daumen“ gewonnene Kräuterwissen an, um sich an ihrem Ehemann zu rächen. Die handelnden Personen genehmigen sich gern ein Gläschen und es wird auch heftig geflirtet. Der Kompostexperte Finz z.B. wirft ein Auge auf Eva und Vera unterstützt die Liaison, die sich zwischen den beiden anbahnt. Weil Paul Wasser aus einem Krug trinkt, in dem Eva Engelstrompeten eingewässert hat, verfällt er in einen Drogenrausch. Er schafft es noch zur Großveranstaltung „Nacht der Ballone“, reißt sich dort aber die Kleider vom Leib, springt in einen Brunnen und läuft schließlich nackt in den Wald davon. Daraufhin bleibt er unauffindbar. Nach einiger Zeit taucht er allerdings als Leiche an einem sehr ungewöhnlichen Ort wieder auf und Eva, Vera und Finz geraten unter Verdacht…

Martina Parker spielt in ihrem Buch mit Klischees. Es ist ganz klar, dass der prügelnde, ewig hinter anderen Frauen herjagende, seine Ehefrau demütigende, speziellen sexuellen Praktiken zugeneigte Paul Achleitner dran glauben muss. So gut wie jeder Topf findet einen Deckel, für die Liebe ist also auch gesorgt, und am Schluss ist nicht der Gärtner der Mörder. So viel sei verraten. Aber wer den Fiesling am Ende umgebracht hat, ist wirklich keine Überraschung.

Fazit: Ein bisschen literarisches Kraut und Rüben: Krimi, Gartenkunde, Sozialstudie und dazu etwas Erotik. Für mich war das leicht lesbare Unterhaltungsliteratur.

Martina Parker: Zuagroast: Gartenkrimi.
Gmeiner, Juli 2021.
480 Seiten, Taschenbuch, 16,50 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Karina Luger.

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