Lotte Elstad: Mittwoch also

Die 33-jährige Hedda lebt in Norwegen. Dort hat ihre Affäre eben die Beziehung beendet und Hedda, irgendwie aus dem Lot geraten deswegen, stürzt sich in eine Reise. Über Umwege führt diese Reise sie in die Arme des Berliners Milo. Die beiden haben einen One-Night-Stand, danach sieht Hedda ihn nicht wieder. Doch die Folgen der Nacht reichen weiter als gedacht. Hedda ist ungewollt schwanger. Beim Gynäkologen erfährt sie, dass sie bis zur Abtreibung eine Bedenkzeit in Kauf nehmen muss, um sich ihren Entschluss genau zu überlegen. Mittwoch also wird ihre Abtreibung endlich stattfinden können. Es sei denn, Hedda entscheidet sich dagegen …

Lotte Elstads Roman ist ungewöhnlich und anders. Ihre Protagonistin Hedda lebt minimalistisch und muss sich mit ihren Mitmenschen und der Generation, zu der sie gehört, auseinandersetzen. Gerade befindet sich ihr eigenes Leben in einer Krise. Sie ist 33 Jahre alt, hat keinen festen Job mehr, war sehr verliebt in ihren Verflossenen und Vermögen besitzt sie auch keines. Fast mittellos tritt sie also eine Reise an, verliert ihren Koffer und trifft dann auch noch auf Milo. Eins kommt zum anderen und da Hedda in dem ganzen Durcheinander die Pille etwas länger nicht genommen hat, kommt es schließlich zu der Schwangerschaft. Begleitet wird die Protagonistin ab dem Zeitpunkt, zu dem sie die Schwangerschaft entdeckt, rückblickend gibt es aber auch Szenen aus ihrem Leben mit ihrem Ex Lukas und mit Milo. Milo taucht im späteren Verlauf des Romans dann sogar in Norwegen auf.

Um herauszufinden, ob Lotte Elstads Roman den eigenen Geschmack treffen könnte, sollte man auf jeden Fall eine Leseprobe zu Rate ziehen. Elstad hat einen besonderen Schreibstil, den man so minimalistisch beschreiben könnte wie Hedda es ist. Mit wenigen Worten sagt sie manchmal sehr viel, oft steht auch noch Einiges zwischen die Zeilen. Dadurch wirkt „Mittwoch also“ etwas sperrig. Manchmal geht es auch weniger um die Schwangerschaft, mehr ums Philosophieren über das Leben im Allgemeinen. Durch Milo, der sich sehr vielseitig interessiert, gibt es auch einige angesprochene politische Themen. Es entsteht ein buntes Potpourri aus all diesen Themen und manchmal gerät mir persönlich das eigentliche Thema, für das ich mich sehr interessiert habe, etwas zu sehr in den Hintergrund.

Lesenswert ist „Mittwoch also“ aber dennoch. Ein ungewöhnlicher Roman, der mal so ganz anders ist und auf den man sich sehr einlassen muss.

Lotte Elstad: Mittwoch also.
Kiepenheuer&Witsch, August 2019.
304 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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