Linda Benedikt: Der Rest ihres Lebens

doroLinda Benedikts Protagonistin Dorothy lebt in London. Mit Mitte sechzig befindet sie sich in einer Lebenskrise. Alles was früher Bestand hatte und wichtig für sie war, ist anders geworden. Jetzt weiß sie mit ihrem Leben nichts mehr anzufangen. Vor allem das Alter macht ihr Angst. Sich neuen Gegebenheiten zu stellen und sich damit zu arrangieren fällt ihr schwer.

Als Dorothy ihre Souterrainwohnung im Londoner Süden an ein junges Paar vermietet, beginnt sie ihr Leben zu hinterfragen.
Martha, die junge Mieterin, ist hochschwanger. Eigentlich will Dorothy gar keinen Kontakt pflegen, aber es entwickelt sich schnell ein vertrautes Verhältnis zwischen den beiden. Dorothy zieht Parallelen zur Vergangenheit, als sie selbst eine junge Mutter war. Ihr wird bewusst, wie schnell die Zeit vergangen ist, in der sie Glück in ihrem Familienleben empfunden hat und wie wenig sie jetzt von ihren beiden Kindern, die längst ausgezogen sind, weiß. Lange Zeit hat sie nur oberflächlich vor sich hingelebt und hat vieles vernachlässigt. Darüber, dass ihr Mann Edward sich eines Tages urplötzlich von ihr getrennt hat, ist sie immer noch gekränkt. Seine Begründung „ich mag dich nicht mehr“, hat sie noch immer nicht verwunden und empfindet diese Worte weitaus schlimmer, als nicht mehr von ihm geliebt zu werden.

Schnell und leicht zu lesen. Teilweise verliert sich der durchaus vorhandene Tiefgang in zu ausführlichen Beschreibungen von Dorothys Tagesabläufen. Da würde man Dorothy dann am liebsten schütteln und ihr sagen, dass derlei Nichtigkeiten nicht interessieren und sie sich endlich aufraffen solle, ihr Leben in den Griff zu bekommen. – Typisches Frauenbuch.

Linda Benedikt: Der Rest ihres Lebens.
Arche, April 2015.
240 Seiten, Gebunde Ausgabe, 18,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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