Liliana Le Hingrat: Das dunkle Herz der Welt

weltMit ihrem Debütroman „Das dunkle Herz der Welt“ entführt Liliana Le Hingrat ihre Leser in die Zeit des Balkanischen Rosenkrieges und lässt dabei keinen blutigen Zwist, keine verratene Liebe und selbst kaltblütigen Brudermord nicht aus. Also dieses 15. Jahrhundert … Ein Glück, dass das schon so lange her ist …!

Vladislav Basarab Draco wird endlich in den Drachenorden aufgenommen und sieht sich dem Ziel näher, eines Tages den Thron seines Vaters zurückzuerobern. Doch Widerstand kommt von seinem eigenen Schwertbruder János, der es auf die Gunst Vladislavs Geliebten, der schönen Clara, abgesehen hat. Und wenn der Freund zum Feind wird? Richtig: Wendet man sich direkt an ein anderes Volk. Die Osmanen sollen ihm die Macht im christlichen Abendland sichern.

Gespickt von Machtkämpfen und Religionsfragen erinnert das Buch an „Die Jüdin von Toledo“, auch wenn sich der Erzählstil Le Hingrats eher in Richtung Iny Lorentz orientiert. Die studierte Geschichtswissenschaftlerin hat vor allem in der Recherche geschichtlicher Fakten ihrer Heimat ganze Arbeit geleistet und so wird man recht schnell in die Mittelalter-Welt hineingezogen. Das mag dem einen oder anderen sogar zu schnell gehen. Von den Fakten wird man fast schon überrumpelt und so bleibt am Ende der Eindruck, dass ein bisschen weniger Geschichte und ein bisschen mehr Story dem ganzen Buch recht gut getan hätte.

Liliana Le Hingrat: Das dunkle Herz der Welt.
Knaur, November 2015.
768 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annett Bergk.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.