Lesley-Ann Jones: Freddie Mercury: Die Biographie

mercury25 Jahre nach Freddie Mercurys Tod erscheint diese aufwändig recherchierte, detailreiche Biographie. Die Autorin, Lesley-Ann Jones, arbeitete für Plattenfirmen, das Fernsehen und als Journalistin. In den 80er Jahren war sie u.a. Rock-Korrespondentin bei der britischen Tageszeitung Daily Mail. In dieser Zeit war sie mit Queen auf Tour und ist bis heute gut befreundet mit der Band. Sie reiste von Freddies Geburtsort Sansibar über München, wo er ausschweifende Parties feierte, bis zu seiner Wahlheimat London und lässt zahlreiche seiner Weggefährten zu Wort kommen.

Wirklich beeindruckend die Fülle an Informationen und Zeitzeugen, die die Autorin zusammengetragen hat. Aber irgendwie konnte mich die Biografie trotzdem nicht hundertprozentig überzeugen. So gibt es keine Original Interviews mit Mercury selbst und die Beschreibungen driften bisweilen weg vom eigentlichen Hauptakteur hin zur Band (gut, das ist vermutlich auch schwer zu trennen) beziehungsweise erinnern sogar an eine Geschichte der Rockmusik generell. So erhält man Auskunft darüber, wer wann und warum in welchem Studio welche Aufnahmen gemacht hat. Aber interessiert einen das als Musiklaien wirklich?
Auch der Aufbau des Buches ist für mein Empfinden schlecht gewählt. Vieles wiederholt sich in den einzelnen Kapiteln. Die ausschweifende Sexualität des Sängers ist bisweilen zu stark im Fokus. Mich hätte mehr die Motivation für sein künstlerisches Schaffen, der Hintergrund für seine Musik interessiert.
Alles in allem aber eine spannende Reise durch das Leben dieses exzentrischen und exzessiven Künstlers.

Lesley-Ann Jones: Freddie Mercury: Die Biografie.
Piper, August 2016.
448 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Nadine Roggow.

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