Koji Suzuki: Der Graben

kojiDer japanische Schriftsteller Koji Suzuki ist der Autor der Bücher, auf denen die „Ring“-Filme basieren. Das sind die Filme, die mich am helllichten Tag zum Gruseln gebracht haben und deswegen war ich neugierig auf sein neues Werk. Schon am Anfang beweist er, dass der Horror nicht nur in den Filmen entstanden ist. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber bei den ersten 20 Seiten wurde mir schon ganz unheimlich zumute. Verlassene Autos, einsame Wüstenstraßen, all das bringt er auf ganz besondere Weise zu Papier, sodass beinah alltägliche Situationen höllisch werden.

Aber das Buch ist mehr als ein reiner Horror-Roman. Nicht nur Menschen verschwinden, sondern auch die Mathematik spielt verrückt. Pi ist plötzlich keine transzendente Zahl mehr, sondern hat irgendwo an 2-Millionster Stelle eine Folge von Nullen. Was bedeutet das für die Naturwissenschaften? Auf Pi basiert die gesamte Architektur, was wird geschehen, wenn die Berechnungen plötzlich nicht mehr stimmen. Und wieso kann sich überhaupt die Mathematik verändern?

Saeko ist eine junge Japanerin, Reporterin, deren Vater vor sechzehn Jahren spurlos verschwand. Sie hat nie aufgehört, nach ihm zu suchen und so scheint es nur logisch, dass man sie mit einer Sendung betraut, in der es um eine verschwundene Familie geht. Aber es verschwinden mehr Menschen, sogar die Sterne scheinen weniger zu werden.

Suzuki bietet uns eine Erklärung für die Entstehung und das Dasein des Universums an. Dass es so nah an der Realität sein könnte, macht den Roman so unheimlich gut. Allerdings hätte der Autor das Buch auch gerne um hundert Seiten kürzen können, es hat deutliche Längen.

Koji Suzuki: Der Graben.
Heyne, Januar 2014.
592 Seiten, Taschenbuch 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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