Kevin Sands: Der Blackthorne Code 02: Die schwarze Gefahr

Als Erbe seines Meisters sollte Christopher inzwischen eigentlich fein raus sein für einen ehemaligen Waisenjungen. Dummerweise lässt die Gilde sich Zeit, einen neuen Meister für ihn zu finden und der Schatz, den Meister Benedict ihm angeblich hinterlassen hat, ist nicht aufzufinden. Da kommt die Pest nach London. Und mit ihr ein geheimnisvoller Prophet, der angeblich die nächsten Toten voraussagen kann und ein Wunderheiler, dem es wirklich gelungen zu sein scheint, ein Mittel gegen die Pest zu finden.

Sehr gut hat mir gefallen, wie Kevin Sands beschrieben hat, woran die Menschen glauben können, wenn sie völlig verzweifelt sind. Wer oder was auch immer ihnen Schutz oder Heilung verspricht, bekommt alles, was menschenmöglich ist. Christopher und sein Freund Tom, später auch die neu eingeführte Sally, geraten mitten in den Strudel aus Angst, Verzweiflung, Hoffnung und Betrug.  Keven Sands stützt sich dabei auf Daniel Defoes „Die Pest zu London“, die ich auch schon sehr eindringlich fand.

Christopher wird deswegen so tief in die Ereignisse hineingezogen, weil sein verstorbener Meister Benedict sein Leben lang nach einer Heilung für die Pest gesucht hat, auf der ganzen bekannten Welt. Als junger Apotheker verzweifelte er darüber, seinen Lehrling nicht retten zu können und galt als Koryphäe in Fragen von Heilmitteln gegen die Pest. Sein Tagebuch beweist jedoch, dass er nie eines gefunden hat. Warum aber wird dann die Apotheke überfallen? Warum suchen Prophet und Heiler Christophers Nähe? Christopher nimmt den Leser mit auf die Suche nach der Wahrheit, die einmal mehr die Abgründe der Menschen aufzeigt.

Ein wirklich tolles Jugenbuch, dass dazu auffordert, alles, wirklich alles, zu hinterfragen und nichts einfach zu glauben und hinzunehmen. „Aber schau dir an, was sie tun. Wenn auf dem Markt ein Tumult ausbricht, stehen sie dann zusammen und beschützen einander?“ In Zeiten von gefilterten – Verzeihung, optimierten, Timelines und virtuellen Weltverbesserern sicher eine wichtige Botschaft. Außerdem noch gut geschrieben und sehr spannend. Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe, ich hoffe es folgt noch mehr als einer, denn das gerade entstandene Dreigespann aus Christopher, Tom und Sally verspricht noch in so manche Verwicklung hineingezogen zu werden. Vielleicht sprengt Christopher das Haus ja doch noch in die Luft.

Kevin Sands: Der Blackthorne Code 02: Die schwarze Gefahr.
dtv, Juni 2017.
448 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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