Kevin Hearne: Die Chronik des Eisernen Druiden 03: Gehämmert

kevinWenn man, wie ich seit mehr als zweitausend Jahren auf Mutter Erde wandelt, dann hat man so einiges erlebt, gute Freunde verloren, neue gefunden und sich eine Handvoll Feinde geschaffen. Zugegeben, die handvoll derer, die mir ans Leder wollen ist ein ganz klein wenig untertrieben, aber als letzter Druide auf Erden habe ich einen gewissen Ruf zu wahren. Und ich halte meine Versprechen – alle, komme da was wolle.

Das ist gerade jetzt nicht ganz geschickt, da mir sowohl die Morrigan, ihres Zeichens immerhin eine waschechte Göttin deren Schutz ich mein Leben schon einige Male verdanke als auch JESUS, ja der aus der Bibel, frage sie jetzt nicht, mich warnen, mein Versprechen zu halten droht mir doch ein unerquicklicher Tod und der Welt dann der Untergang. Dennoch, ich habe meinem Vampirfreund für dessen Hilfe versprochen, ihm bei seiner Rache an dem Asen THOR, dem nordischen Gott des Donners zu helfen.

Nachdem ich bei meinem Kundschaftertrip in Richtung Walhalla bereits die Nornen ausgeschaltet habe, dauerhaft und endgültig versteht sich – was sagt uns das über deren Fähigkeit ihre eigenen Schicksalsfäden zu lesen ? – machen wir uns, begleitet von einem Werwolf, einem Zauberer, einem unsterblichen Chinesischen Meister in der waffenlosen Kunst des Kampfes und einem slawischen Donnergott auf, THOR zu töten – und pfeife auf die Konsequenzen …

Kevin Hearnes etwas andere Urban Fantasy geht in ihre dritte, deutschsprachige Runde.

Standen die ersten beiden Romane ganz im Zeichen der Einführung des interessant und kantig gezeichneten Protagonisten und dessen Welt sowie der rasant geschilderten Kämpfe unseres sympathischen Underdogs gegen religiöse Fanatiker, Sekten und Götter, so weitet der Autor seine Welt vorliegend weiter aus.
Dieses Mal geht es zu den Asen nach Asgard.

Dabei konzentriert sich Hearne nicht nur auf die Welt der nordischen Mythologie, sondern führt auch, und dies recht ausführlich, die Verbündeten Atticus´ ein. In einzelnen Geschichten in der Geschichte dürfen diese darlegen, warum sie ein Hühnchen mit den nordischen Donnergott zu rupfen haben, schaffen so die moralische Grundlage für den Anschlag auf Asgard. So wichtig und nötig eine sorgfältige, nachvollziehbare Grundlage für einen Plot auch ist, hier hat es der Autor ein wenig zu gut gemeint. So ziehen sich die Geschichten ein wenig, ohne den Leser wirklich an die Hand zu nehmen und mitzureissen.
Zweifellos ist vorliegender Roman der von der handwerklichen Umsetzung her schwächste Titel des ersten Handlungsabschnitts um den eisernen Druiden. In den zwei folgenden Büchern, in denen nicht nur die erzürnten Unsterblichen Asen, sondern auch die griechisch-römischen Götter sich auf seine Fersen heften – keine Angst, das sind beileibe noch nicht alle Mächte, die ihn gnadenlos verfolgen – erreicht er dann wieder das alte Tempo. Vorliegend hat der Roman gerade in seinem Mittelteil einige Längen, bis in Asgard dann doch die Fetzen fliegen.

Kevin Hearne: Die Chronik des Eisernen Druiden 03: Gehämmert.
Klett-Cotta, März 2015.
366 Seiten, Taschenbuch, 16,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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