Kari Herbert: Rebel Artists: 15 Malerinnen, die es der Welt zeigten

Kennen Sie die Mumins, diese nilpferdartigen, liebenswerten Fantasiefiguren aus der Feder von Tove Jansson, die kraftvollen Bilder von Frida Kahlo oder die riesigen Blumen-Gemälde von Georgia O’Keeffe? Sagen Ihnen die Namen Barbara Hepworth, Ljubow Popowa oder Yayoi Kusama etwas?

Falls nicht, gewährt Ihnen Kari Herbert in ihrem Buch Rebel Artists einen Blick in die Geschichten dieser Künstlerinnen und ihrer Werke. Und falls Sie sie kennen: Umso besser, dann treffen Sie bei den Rebel Artists alte Bekannte und erfahren vielleicht etwas Neues über sie. Dieses Buch zur Hand zu nehmen, lohnt sich auf jeden Fall für Sie, wenn Sie an Kunst interessiert oder einfach nur neugierig sind auf Frauen, die etwas Außergewöhnliches geschaffen haben.

Kari Herbert wirft in ihren nur wenige Seiten umfassenden, oft poetischen Porträts Blitzlichter auf das Leben und Schaffen von 15 Künstlerinnen. Sie beschreibt sie nicht ausführlich und umfassend, sondern dringt zur Essenz der Persönlichkeiten und künstlerischen Ansätze vor. Sympathisch finde ich, dass sie das in einer sehr einfachen Sprache macht, die auch Menschen verstehen können, die sich bisher nicht mit Kunst beschäftigt haben – egal ob jung oder älter. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser fast schon kindlichen Ausdrucksweise, haben mich die Porträts tief beeindruckt und animiert, mich mit einigen Künstlerinnen eingehender zu beschäftigen.

Allen ist gemeinsam, dass sie sich in der Kunstwelt durchgesetzt haben, manche sind weltberühmt geworden, manche eher Geheimtipps. Sie mussten Hindernisse überwinden, verfolgten beharrlich ihre Träume und haben mit den verschiedensten Materialen ihren ganz eigenen künstlerischen Ausdruck gefunden.

Das kann und soll den Leserinnen und Lesern Mut machen, selbst etwas zu erschaffen. Die Geschichte von Alma Thomas, die sich erst nach dem Eintritt in den Ruhestand so richtig ihrer Kunst widmete, zeigt, dass das Alter keine Rolle spielt. Wichtig ist vor allem, selbst aktiv zu werden, sich auszuprobieren, mutig zu sein und nicht mit dem Strom zu schwimmen.

Dass Kunst der individuelle Ausdruck jedes Menschen ist, bringt Faith Ringgold, die sich vor allem mit Quilts einen Namen gemacht hat, sehr schön auf den Punkt (Seite 105): „Du kannst nicht dasitzen und darauf warten, dass dir jemand anders sagt, wer du bist.“ … „Du musst selbst schreiben, selbst malen, es selbst tun. Daher kommt die Kunst. Sie ist ein sichtbares Bild des Menschen, der du bist. Darin liegt die Macht des Künstlers.“

Kari Herbert hat Rebel Artists selbst eindrucksvoll illustriert und in jedes Kapitel Beispiele aus den Werken der Porträtierten aufgenommen. So durchzieht dieses wunderschön gestaltete Buch ein Querschnitt weiblicher Kunst aus den letzten gut hundert Jahren.

Meine Empfehlung: Selbst lesen und verschenken, an unvoreingenommene Menschen jeden Alters, denen man Mut machen möchte, an sich zu glauben und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen.

Kari Herbert: Rebel Artists: 15 Malerinnen, die es der Welt zeigten.
C.H. Beck, September 2019.
144 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Beate Fischer.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.