Julie Berry: Lasst uns schweigen wie ein Grab

grabEngland, 1890: Im Mädchenpensionat Saint Etheldreda herrschen klare Benimmregeln, die die sieben Schülerinnen im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren verinnerlicht zu scheinen haben. Doch was tun, als die Schulleiterin Constance Plackett und ihr Bruder beim Dinner plötzlich versterben? Kitty Schlau weiß schnell Rat und die Mädchen beschließen, die Todesfälle zu vertuschen und die Leichen im Garten zu verscharren. Ab heute weht im Pensionat ein anderer Wind und die jungen Damen werden die Regeln selbst machen. Dann wittert Elinor Düster einen Mord und Alice Robust muss mehr als einmal so tun, als sei sie die alte Mrs Plackett.

Julie Berrys neuster Streich führt mitten in die witzigen Irren und Wirren eines Mädchenpensionats im vor-vorigen Jahrhundert. Die sieben sehr unterschiedlichen Schülerinnen leiten auf eigenen Faust ihr kleines Pensionat und merken schnell, dass das gar nicht einfach ist. Wie die Einkäufe erledigen? Wie es der Haushälterin verheimlichen? Und allen von Mrs Placketts Freunden? Können die Mädchen jetzt endlich auf allen Partys tanzen, ganz so wie sie es sich wünschen? Die Realität sieht leider anders aus.

Ein bisschen im Weg steht sich der Roman dann selbst. Jedes der Mädchen ist über eine ihr zugeschriebene Eigenschaft charakterisiert und meisten kommt diese wie ein Nachname auch ständig im Text vor. Man gewöhnt sich dran, aber es stört den Lesefluss und ist mit der Zeit absolut unnötig, denn die Figuren sind auch ohne Beinamen gut charakterisiert. Manchmal sogar zu gut, so dass das Ganze ins Klischee abrutscht. Aber selbst diese Klischees tun der ohnehin eher vorhersehbaren Geschichte gut.

Für Teenager zwischen zwölf und vierzehn Jahren vielleicht ein netter Roman, sonst aber eher Durchschnitt, der vorhersehbar bleibt und noch nicht mal schreibtechnisch überzeugt, wie es Berrys Erstling problemlos getan hat.

Julie Berry: Lasst uns schweigen wie ein Grab.
Thienemann Verlag, September 2014.
288 Seiten, Taschenbuch, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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