Julia Quinn: Bridgerton: Der Duke und ich

1813: Es ist bereits Daphnes zweite Ballsaison und noch immer hat sie keinen Ehemann – ganz zum Leidwesen ihrer Mutter, die sie durch die feine Gesellschaft schleppt, um einen passenden Junggesellen aufzutreiben. Das Interesse an Daphne ist jedoch meist nur freundschaftlicher Natur und langsam muss sie sich mit dem Gedanken anfreunden, auch in diesem Jahr keinen Mann zu finden.

Simon ist seit dem Tod seines Vaters der Duke von Hastings und damit wohlhabender und einflussreicher als die meisten Mitglieder des Londoner Adels – und damit ein gefundenes Fressen für alle Mütter, die ihren Töchtern ein sorgenfreies Leben bescheren wollen. Dass der Duke gar nicht heiraten will, ist ihnen natürlich völlig egal.

Als Daphne und Simon aufeinandertreffen, entwickeln sie einen wagemutigen Plan: Er tut so, als würde er ihr den Hof machen, damit er vor anderen Bewerberinnen sicher ist. Gleichzeitig wird Daphne durch sein Interesse für die Männer interessant, die bisher nur eine Freundin in ihr gesehen haben und hat außerdem endlich Ruhe vor ihrer übereifrigen Mutter.

Der Plan scheint aufzugehen: Sofort hat Daphne mehr Verehrer und Simon einen trifftigen Grund, jeder feinen Dame abzusagen. Die beiden freunden sich an und genießen die Auszeit von den Verwicklungen, die die Ballsaison mit sich bringt. Endlich haben sie einen Gesprächspartner, mit dem sie auf all das hinabschauen können, ohne sich selbst Sorgen darum zu machen. Alles scheint gut zu gehen – wären da nicht die Gefühle, die sie füreinander entwickeln. Dabei weiß Daphne, dass Simon sie nie lieben wird. Und Simon hat geschworen, niemals zu heiraten.

Durch ihre Adaption in der Netflix-Serie „Bridgerton“ hat die Buchreihe von Julia Quinn neue Aufmerksamkeit erlangt. Nachdem der erste Band bereits im Jahr 2000 in der englischen Originalausgabe und 2008 auch in der deutschen Übersetzung erschien, veröffentlicht HarperCollins in Deutschland nun 2021 die siebte Auflage, genau zur rechten Zeit für Fans der Serie, die sich für die Buchvorlage interessieren.

Die Geschichte ist locker geschrieben und weist eine Menge Humor auf. „Bridgerton: Der Duke und ich“ ist definitiv unterhaltsam und leicht zu lesen. Man muss das Genre jedoch mögen, um sich auf die Geschehnisse einlassen zu können. Frauen haben kein Recht zu studieren und gehören ihrem Mann – natürlich eine realistische Darstellung der geschilderten Zeit, die aber mangels kritischer Position auch auf das Unverständnis eines heutigen Lesers stoßen kann. Einen Lichtblick bietet in der Hinsicht aber Daphnes Mutter, eine verwitwete Frau mit acht Kindern, die unangefochten die Herrin im Haus ist, statt die Verantwortung an ihren ältesten Sohn abzugeben.

Alles in allem ist „Bridgerton: Der Duke und ich“ ein Buch, das man entspannt zwischendurch lesen kann und das Fans des historischen Liebesromans ansprechen wird.

Julia Quinn: Bridgerton: Der Duke und ich.
HarperCollins, Februar 2021.
400 Seiten, Taschenbuch, 10,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.

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