Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte

anaUnd die „Analphabetin“ folgt demselben Strickmuster wie der Mega-Bestseller „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand“.
Wer Allan Karlsson, den Hundertjährigen, geliebt hat, wird auch Nombeko Mayeki ins Herz schließen. Sie kann nicht lesen, dafür aber sehr gut rechnen und ist blitzgescheit. Aus den Slums in Südafrika kämpft sich das Waisenmädchen nach oben und nach Schweden. Gemeinsam hat Jonassons starke Heldin mit dem Hundertjährigen die Geschäfte mit Atombomben und den gewitzten Humor.
Wie in seinem ersten Bestseller erzählt Jonasson furios, in schnellem Tempo, das einem beim Lesen kaum Zeit zum Nachdenken über die vielen skurrilen Wendungen lässt, und mit lakonischem Schreibstil eine Polit-Satire. – Sehr witzig, aber mit Tiefsinn .
Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine Analphabetin im Soweto der 1970er-Jahre aufwächst und eines Tages mit dem schwedischen König Carl Gustav und dem Minsterpräsidenten in einem Lieferwagen sitzt, liegt bei 1:540 766 212 810, rechnet Nombeko vor. Und beweist, dass es doch immer wieder Glückspilze gibt.
Pippi Langstrumpf
Nombeko schmuggelt eine Atombombe nach Schweden, schlachtet mit dem König Hühner und sorgt dafür, dass die Chinesen sich für schwedische Autos begeistern. So absurd-komisch wie die Geschichte der 1961 geborenen Südafrikanerin ist, so skurril sind auch die anderen Figuren: die namensgleichen Zwillinge Holger und Holger und die chinesischen Schwestern, die Hunde vergiften.
Mut und ein großes Herz zeichnen Nombeko aus, die sich frech mit Pippi-Langstrumpf-Mentalität ihre eigene Welt zaubert. – Eine charmante Heldin eines großartigen Schelmenstücks.
Mit diesem Roman hat Jonasson bestätigt, dass er ein brillanter Erzähler ist und dass sein Mega-Bestseller vor vier Jahren kein Einmalerfolg war. Die „Analphabetin“ wird in diesem Jahr wohl unter Zigtausend Weihnachtsbäumen liegen.

Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte.
carl’s books, November 2013.
448 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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