Jojo Moyes: Nächte, in denen Sturm aufzieht

„Nächte, in denen Sturm aufzieht“ ist eine Neuauflage vom bereits 2008 erschienenen „Dem Himmel so nah“, auf Englisch „Silver Bay“. Das stellt der Verlag leider nicht so deutlich in den Vordergrund, so dass manche Leserin doch verärgert sein mag.

Letztlich merkt man das diesem Roman allerdings auf mehreren Ebenen an. Denn er ist bei weitem nicht so gut wie die heutigen Bücher der beliebten Autorin. Liza ist mit ihrer Tochter Hannah vor der Vergangenheit nach Australien zu ihrer Tante in die Silver Bay geflohen. Hier spricht niemand mehr von ihrer anderen Tochter, die nun nicht mehr lebt. Hannah und Liza können zur Ruhe kommen und die Natur genießen. Bis Mike Dormer auf dem Plan erscheint und das Idyll mit Walen und Delfinen nachhaltig stört. Sein Boss will eine riesige Hotelanlage mit Freizeitangeboten in der kleinen Bucht hochziehen. Doch das sagt Mike erstmal besser niemandem und ermittelt inkognito, wie das Vorhaben am Besten in die Tat umgesetzt werden kann.

Wie schon gesagt, dieser Roman kann mit den neueren Titeln der Autorin nicht mithalten. Die Handlung ist lahm aufgezogen und entwickelt sich sehr schleppend und vorhersehbar. Die Figuren sind, vielleicht mit Ausnahme von Hannah und ihrer mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Tante Kathleen alle recht platt. Nur die alte Dame und das kleine Mädchen sind Lichtblicke in diesem sonst sehr drögen Geschehen. Man kann diesen Roman lesen, muss man aber echt nicht. Vielleicht auch nur dann, wenn man als Fan behaupten mag, man habe alles von der Autorin gelesen. Einen Unterschied macht dieser Roman – egal unter welchem Titel – allerdings nicht.

Jojo Moyes: Nächte, in denen Sturm aufzieht.
Rowohlt, Januar 2019.
480 Seiten, Taschenbuch, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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