Jojo Moyes: Im Schatten das Licht

Als Natasha an diesem Morgen aus dem Haus geht, ahnt sie nichts Schlimmes. Denn keiner konnte wissen, dass sie am Abend nicht mehr allein in ihrem Domizil leben würde. Fast-Ex-Ehemann Mac möchte plötzlich wieder einziehen! Denn da die Scheidung noch nicht durch ist, gehört ihm im Grunde die Hälfte des Hauses und er hat keine Bleibe in London. Außerdem trifft Sarah am Abend im Supermarkt ein 14-jähriges Mädchen, Sarah, die beim Klauen erwischt wurde. Als Natasha, eine Anwältin für Kinder und Jugendliche in Sorgerechtsfragen, einen Teil von Sarahs Geschichte aufdeckt, ist klar, dass Sarah nicht nach Hause zurückkann. Sie lebte dort bisher mit ihrem Großvater, der bereits seit einigen Wochen wegen eines Schlaganfalls im Krankenhaus ist. Ohne Geld ist das Mädchen mehr schlecht als recht auf sich allein gestellt. Bald wird klar, dass Sarah auch noch ein anderes Geheimnis hat …

Jojo Moyes‘ neuer Roman ist kein typischer Moyes und vielleicht muss er das auch nicht sein! Erzählt wird diesmal eine Mischung aus Pferde-, Beziehungs- und Familiengeschichte – alles in allem ein toller, lesenswerter Mix. Bald stellt sich heraus, dass Sarah in einem kleinen Stall in der Nähe ein edeles französisches Pferd pflegt, das ihr Großvater besorgt hat, um das Mädchen für eine Elite-Pferde-Akademie in Frankreich vorzubereiten. Mit seinem Aufenthalt im Krankenhaus ist es Sarah kaum mehr möglich, sich um das Tier zu kümmern, denn es fehlt vor allem an Geld für Futter und Heu. In ihrer Not beginnt sie die Schule zu schwänzen, um Zeit für ihr Pferd Boo zu haben. Das fällt natürlich den Pflegeeltern-wider-Willen auf und führt zu Fragen, die Sarah nicht beantworten kann und will.

An den Figuren merkt man dann vielleicht doch, aus wessen Feder sie stammen. Im Mittelpunkt stehen Natasha und Sarah, später auch Sarahs Großvater Henri. Sie alle könnten nicht echter gezeichnet sein. Am Ende des Romans hat man das Gefühl, sie zu kennen und zu schätzen. „Im Schatten das Licht“ ist ein toller Roman, der nachwirkt und in Erinnerung bleibt. Die Geschichte ist keinesfalls superspannend und in vielen Teilen sogar vorhersehbar, aber das macht nichts! Weil sie so toll geschrieben und erzählt ist, macht sie trotzdem Spaß und man kann das Buch trotz fehlender Hochspannung kaum mehr aus der Hand legen.

Ein Roman für all jene, die gut erzählte Geschichten mögen!

Jojo Moyes: Im Schatten das Licht.
Rowohlt, Januar 2017.
576 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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Ein Kommentar zu “Jojo Moyes: Im Schatten das Licht

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