Jörg Magenau: Schmidt – Lenz: Geschichte einer Freundschaft

jahrLänger als ein halbes Jahrhundert waren Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (Jahrgang 1918) und Schriftsteller Siegfried Lenz (Jahrgang 1926) eng befreundet. Auch für den Politiker war der Tod des Freundes ein großer Schock. Germanist und Journalist Jörg Magenau hat die Geschichte einer Freundschaft im Buch „Schmidt – Lenz“ mit Briefen, Ausschnitten aus Interviews und Gesprächen im hochinteressanten Buch „Schmidt – Lenz“ dokumentiert.
Gedanken an den Tod
„Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler, in dem der Philosoph verborgen bleibt“, hat Schmidt den vielen Lenz-Fans aus der Seele geschrieben. Seine Ehefrau Loki, die 2010 starb, hat ihre Briefe an Lenz stets mit Zeichnungen von Lieblingspflanzen dekoriert. Mit ihr sprach Lenz gerne über die Natur.
Bei den „Freitagsgesellschaften“ in Helmut Schmidts Wohnung und auch in den Ferienhäusern trafen sich die Freunde und diskutierten über Malerei, die Schmidt sammelt, Literatur und Politik. Gemeinsam waren dem Altkanzler und dem Schriftsteller die Tugenden Pflichtbewusstsein, Rationalität, Anstand und Gelassenheit, schreibt Magenau.
Das letzte Gespräch hat er am 5. März 2014 dokumentiert. Auch über den Tod haben Schmidt und Lenz immer mal wieder gesprochen. Lenz wischte bei einem dieser Gespräche trübe Gedanken weg, in dem er Hofrat Behrens aus Thomas Manns „Zauberberg“ zitierte: „Trösten Sie sich, der Tod ist immer eine Sache der anderen.“ Jetzt ist es auch die von Helmut Schmidt, der den Freund begraben muss.

Jörg Magenau: Schmidt – Lenz: Geschichte einer Freundschaft.
Hoffmann & Campe, August 2014.
272 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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