Joelle Charbonneau: Die Auslese 01: Nur die Besten überleben

Die Auslese von Joelle CharbonneauDie menschliche Gesellschaft ist ins Wanken geraten und nur wenige haben in Kolonien überlebt. Die Führungsetage wählt jedes Jahr die besten Schüler für eine Auslese aus. In diesen Tests müssen sie zeigen, was wirklich in ihnen steckt, und beweisen, dass sie als Führungspersonen geeignet sind. Aus Cias randständiger Kolonie wurde seit Jahren niemand mehr ausgewählt und nun ist sie an der Reihe, für die Auslese zugelassen zu werden. Sie macht sich wenig Hoffnung, ist allerdings auch ehrgeizig. Sie kann sich nichts Besseres vorstellen, als die Auslese zu bestehen auf die Universität zugelassen zu werden. Und das obwohl ihr Vater, der selbst durch die Auslese gegangen ist, ihr klarmacht, dass nicht alles, was glänzt, auch tatsächlich Gold ist. Und dann passiert das Unglaubliche: Cia und ihr Kumpel Tomas werden für die Auslese ausgesucht, reisen ins Regierungszentrum und müssen schwierige Aufgaben bestehen.

Man kann nicht abstreiten, dass Joelle Charbonneau Suzanne Collins Tribute-Romane gelesen hat. Mehr als eine Szene erinnert sehr direkt an deren erfolgreiche Trilogie. Und doch wird man von „Die Auslese“ gut unterhalten! Anfangs hat der Roman so seine Längen, man fragt sich, was wohl noch kommen wird und ob irgendwann tatsächlich auch mal ein bisschen Spannung dabei sein wird. Aber hat man erstmal 200 Seiten gelesen, nimmt das Geschehen plötzlich Fahrt auf und der Roman wird doch sehr unterhaltsam und rasant.

Auch die Charaktere ähneln denen von Collins, aber auf gute Weise. Sie vereinen das Spannende an den Vorlagen mit netten, aber nicht überragenden Ideen der Autorin. Wer den einen Roman mochte, wird zweifelsfrei auch von dem anderen gut unterhalten werden. „Die Auslese“ hält sich ganz in der Tradition der All-Age-Dystopien und wagt nur wenig Neues. Ein gut zu lesender Roman für Jugendliche ab circa 14 Jahren und interessierte erwachsene Fans des Genres. Wenn man keine bahnbrechenden Ideen erwartet, macht dieses Werk Spaß. Am Ende wird alles noch mal so richtig durchgewirbelt und es gibt einen Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Und ja, dieser Roman hat durchaus das Potenzial für mehr, denn am Ende birgt er eine der wenigen raffinierten Ideen der Autorin, die alles noch mal in einem neuen Licht darstellt.

Joelle Charbonneau: Die Auslese 01: Nur die Besten überleben.
Penhalgion, August 2013.
416 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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