Joe Mungo Reed: Wir wollen nach oben

Allen, die Radrennen mögen, sei dieses Buch bedingt empfohlen, allen anderen nicht.

Solomon, der Ich-Erzähler, ist Radrenn-Profi. In seinem Team hat er jedoch nicht die Aufgabe zu gewinnen, er ist – wie viele andere auch – dazu da, seinem Kapitän Fabrice während der Tour de France zu helfen. Er muss für ihn Wasser holen und ihm Windschatten geben.

Aber weil die Leistungen der gesamten Mannschaft nicht stimmen, verfällt Teamchef Rafael auf die Idee, es mit Doping zu versuchen.

Obwohl dieser Roman nicht unbedingt dick ist, tritt er doch lange auf der Stelle – oder in die Pedale, um beim Thema zu bleiben. Die Radrennfahrer fahren ihre Tour, was gelegentlich stupide ist, und haben abseits davon ebenfalls ein eher langweiliges Leben in verschiedenen Hotels. Diese Langeweile überträgt sich zum Teil auf die Lektüre selbst. Es geht kaum voran in diesem Buch, und es fehlt lange an Spannung.

Die Charaktere, zu denen auch Solomons Ehefrau Liz gehört, bleiben allesamt etwas blass, oberflächlich und konturlos. Man vermisst ein stärkeres Auflehnen gegen Rafaels Doping-Pläne oder allgemein eine stärkere Auseinandersetzung damit. So etwas wie Dramatik kommt erst spät auf. Zu spät.

Joe Mungo Reed: Wir wollen nach oben.
dtv, März 2019.
288 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22.00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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